25. November 2017

AKTUELLES

Experten sehen finanzielle Belohnung für Kinder kritisch

Geld für gute Noten: Das ist ein Fehler!

Taschengeld gehört zur guten Erziehung

Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr! Das gilt auch für den Umgang mit Geld. Deshalb ist das Taschengeld für Kinder und Jugendliche eine wichtige Erziehungsmethode. Es sollte ab dem Schuleintritt bezahlt werden.

So jung und schon im Schuldenturm: Ein Drittel der Klienten der Schuldnerberatungen in Oberösterreich sind unter 30 Jahre, etwa 20 Prozent höchstens 25 Jahre alt. Dabei steht der „Alltagskonsum“ an erster Stelle der Überschuldungsursachen.
In den meisten Fällen übersteigt also das Verlangen die finanziellen Möglichkeiten bei weitem. Dem kann man vorbeugen, indem man schon als Kind lernt, mit Taschengeld richtig hauszuhalten.
Doch der Trend geht in die andere Richtung. „Aus unserer Erfahrung in der Präventionsarbeit wissen wir, dass das Konzept Taschengeld immer weniger Anhänger findet. Kinder bekommen Geld, wenn sie es brauchen, unregelmäßig und den jeweiligen Bedürfnissen und Wünschen entsprechend,“ beschreibt Mag. Ferdinand Herndler als Geschäftsführer der OÖ-Schuldnerberatung eine problematische Entwicklung. Die Kinder lernen nicht, dass Geld nicht unbeschränkt verfügbar ist, sondern eingeteilt werden muss.
Grundsätzlich gibt es keinen Anspruch auf Taschengeld, sondern es ist eine freiwillige Leistung der Eltern, die, so raten die Schuldnerberater, ab dem Schuleintritt geleistet werden sollte. Eltern und Kinder sollten zuvor gemeinsam klären, wofür der regelmäßige Obolus bestimmt ist.  Was muss davon bezahlt werden, was zahlen die Eltern? Ist diese Vereinbarung klar, sollte das Kind keine Rechenschaft über seine Ausgaben abgeben müssen. Zu schnell ausgegebenes Taschengeld darf allerdings nicht ersetzt werden. Nur so können die Kinder und Jugendlichen ihre eigenen Erfahrungen in Bezug auf Geld machen.
Die Gretchenfrage: Wie hoch soll das Taschengeld sein? Hier haben die Schuldnerberater folgende Formeln parat: 6- bis 12-Jährige sollten pro Woche 30 bis 50 Cent x Lebensjahr erhalten. Für einen 6-Jährigen wären das 1,80.- bis 3.- Euro wöchentlich. 13- bis 19-Jährigen werden pro Monat 2.- bis 3,60.- Euro x Lebensjahr zugestanden. Für 15-Jährige wären das beispielsweise 30.- bis 54.- Euro monatlich.
Die Schuldnerberater plädieren auch dafür, dass sich berufstätige Jugendliche im „Hotel Mama“ an den Haushaltskosten beteiligen.