17. Dezember 2017

KOMMENTAR

Das Fußvolk zahlt drauf


m.radmayr@hallo-zeitung.at

3.100 Euro Pension pro Tag! Das erhält VW-Ex-Boss Martin Winterkorn seit 1. Jänner alleine an Betriebsrente. Etwa 16.000 Euro pro Tag kassiert Fußballprofi Marco Arnautovic, der Samstag im Spiel gegen Wales Österrreichs beste Torchance und damit die WM-Quali verhaut hat. Mit diesen Zahlen soll keine Neiddebatte geschürt werden, dafür gäbe es noch ganz andere Beispiele, sie sind aber interessant, weil man im aktuellen Wahlkampf von allen Seiten hört: Leistung muss sich wieder lohnen!
Aber, wie misst man Leistung? Bleibt man im physikalisch-mechanischen Bereich, ist das kein Problem. Wenn ein Auto 150 PS leistet und ein anderes 70 PS, weiß man Bescheid, ebenso wenn jemand beim Beindrücken 100 kg und ein anderer 60 kg schafft. Auch im handwerklichen Bereich ist der Leistungsbegriff noch greifbar. Mit der Höhe der Position nimmt allerdings die Schwierigkeit der Zuordnung von Leistung zu, ja sie wird extrem problematisch. Das heißt: Je besser, rascher eine Leistung kontrolliert werden kann (Fließband, Supermarktkasse…), umso niedriger ist die Entlohnung – und umgekehrt.
Was sich manche Automobil-Konzernherren wie Winterkorn und Co. in den vergangenen Jahren geleistet haben, war keine Meisterleistung, dafür sind ihre Gagen exorbitant. Irgendwann hört sich also das Leistungsargument auf, und der Hinweis auf die große Verantwortung der Manager-Millionäre ist sowieso eine Mär.
Wirklich draufzahlen tut immer das leistungsbereite Fußvolk. Siehe VW-Entlassungen, C&A in Enns, Wozabal…

Autor: von Manfred Radmayr