23. Oktober 2017

AKTUELLES

Überraschung für Restauratoren im Stift St. Florian

Nur ein Insekt in der Bibliothek

Bücher, Bücher, Bücher! Die Bibliothek des Augustiner Chorherrenstifts St. Florian verfügt über 160.000 Exemplare, viele sind einzigartig. Dieses Barockjuwel wird derzeit restauriert. Der prunkvolle Hauptsaal samt riesigem Deckenfresko glänzt bereits wie neu, jetzt kommen die Bücher dran. Eine verborgene „Baustelle“, die höchste Ansprüche stellt, viel Geld kostet und große Überraschungen bringt.


Bibliotheksleiter Prof. DDr. Karl Rehberger und Dr. Friedrich Buchmayr inspizieren einen Band.

Die Bibliothek war der letzte Teil der Barockisierung des Florianer Klosters. Sie wurde von 1744 bis 1750 erbaut. Die Restaurierung dauert zwar nicht sechs Jahre, doch sie ist auch ein Kraftakt. Von Handwerkern und Restauratoren werden Höchstleistungen verlangt, um den Wert dieses historischen Schatzes zu erhalten.
Das Vorjahr stand ganz im Zeichen der Renovierung des Hauptsaales und brachte die erste Überraschung: Das 1747 fertiggestellte Deckenfresko von Bartolomeo Altomonte befindet sich in einem sehr guten Zustand. „Das noch nie restaurierte Fresko wies sogar noch die abschließenden Kreideretuschen des Künstlers auf,“ erzählt Bibliothekar Dr. Friedrich Buchmayr mit leuchtenden Augen. „Hauptsächlich mussten nur einige Verschwärzungen beseitigt werden.“
Überraschung Nummer 2 war, dass der Buchbestand unter keinerlei Insektenbefall leidet. Das ist einem genialen, barocken Belüftungssystem zu verdanken. Trotzdem wird die 2018 beginnende Bücherrestaurierung eine aufwendige Sache. Jeder einzelne Band wird aus dem Regal genommen, entstaubt, von Spezialisten untersucht und, wenn nötig, repariert. Ein Prozess, der sich zehntausendemal wiederholen wird.
Bei der langen Nacht der Museen am 7. Oktober gibt es um 18 Uhr eine kindergerechte Führung durch die Bibliothek, um 20 Uhr und 22 Uhr lässt eine Fotoschau die Restaurierung Revue passieren („Aus Alt wird Neu“), dazu gbt es eine Lichtshow im Prunksaal.