17. Dezember 2017

KOMMENTAR

Unausgesprochene Gefahr


m.radmayr@hallo-zeitung.at

Nicht mehr ausgeben als man einnimmt. Das ist finanzielle Grundschule. Oberösterreichs Regierungskoalition unter Stelzer und Haimbuchner hat sich diesem Grundsatz verschrieben: Nulldefizit 2018. Löblich! Beim Sparen hört sich die Freundschaft allerdings rasch auf. Nicht bei uns! Warum nicht dort? Jeder hat gute Argumente, um nicht bluten zu müssen. Und es stellt sich tatsächlich die Frage, ob wir Öberösterreicher als Sparefrohs nicht die Dummen sein werden.
Linz steht mit einer Milliarde Euro in der Kreide, Oberösterreichs Schuldenrucksack wiegt drei Milliarden, Kärnten ist nach der Haider-Ära flach wie eine Flunder, Niederösterreich schwimmt nach der glorifizierten Pröll-Regentschaft Unterkannte-Oberlippe im Schuldenmeer, Wien verpulvert das Geld als ob morgen die Welt nicht mehr steht. Österreichs Staatsverschuldung: knapp 300 Milliarden. Griechenland, Italien, Spanien, Japan, halb Südamerika sind einige der vielen tickenden Finanzbomben. Würden Korruption und Misswirtschaft in Afrika ein messbares Gewicht haben, wäre der Kontinent längst versunken.
Hier stoppen wir den Rundblick, sonst wird uns schwindlig. So wie beim Blick auf unsere Sparguthaben. Es gibt praktisch keine Zinsen, das Geld wird automatisch weniger. Eine Folge des Finanzcrashs vor neun Jahren und der exorbitanten Staatsschuldenmisere. Wenn in absehbarer Zeit irgendwo auf der Welt die Schuldenlunte Feuer fängt, brennt es auch in Oberösterreich lichterloh und alle Sparbemühungen zerfallen zu Asche. Das bringt die digital befeuerte Globalisierung der Finanzwelt mit sich. Nur weil derzeit niemand darüber spricht, verschwindet diese Gefahr nicht.

Autor: von Manfred Radmayr