17. Dezember 2017

AKTUELLES

Ein Mundartgedicht als Vorweihnachtsgeschenk

Zur Einstimmung auf den Advent


Das erste Adventwochenende steht vor der Tür. Zur Einstimmung auf die angeblich stillste Zeit im Jahr legen wir Ihnen, liebe Leserin, geschätzter Leser, als Vorweihnachtsgeschenk diese Zeilen der Astener Mundartdichterin Irmtraud Greifeneder-Itzinger (Bild) ans Herz. Die 73-jährige Autorin ist Mitglied des Stelzhamerbundes und Mitbegründerin der Gruppe „neue Mundart“. Ihr Gedicht „Der Weihnachtsbaum“ möge möglichst viele schöne Erinnerungen hervorrufen.

 

Der Weihnachtsbaum

 Es hängt auf jedn Weihnachtsbaum
ganz obm versteckt
a Kindertraum.
Beim Christbaum wird ma wieder jung.
Er weckt in uns d’Erinnerung
und spannt ganz zart a Englshaar
zruck in die eignen Kinderjahr’.
Wanns glanzt und glitzert rundherum,
dann wünscht sih mancher:
Christkind kumm!
Laß’s nuh amal wia früher sein,
wias damals war, beim Kerzenschein.
Erzähl die Gschichtn nuh amal
vom kloanen Kindl in dem Stall,
von Bethlehem, dem Heilign Paar,
und wia des mit dem Engl war.
Der’s alle Hirtn hat erzählt:
der Heiland is auf unserer Welt.
Wia’s kumma sand, aus nah und fern,
zum Stall unter dem großn Stern.
So mancher möchte beim Weihnachtsbaum,
heut immer nuh an Wunder glaubm;
dass Friedn waar auf unserer Welt,
doh leider zählt heut nur mehr’s Geld.
Der Wunsch nach Frieden, kannst mar’s glaubm,
is mehr als nur a Kindertraum.