18. Februar 2018

AKTUELLES

Linzer Sportredakteur in Olympia-Nacht ermordet


Der Tatort in der Linzer Altstadt. Foto: Lukesch, privat

„Keine Chance. Der Fall ist mit den vorliegenden Fakten nicht zu klären. Wir haben alles versucht“: 30 Jahre nach dem Mord an dem Sportredakteur der OÖNachrichten  Günther Schädel (42) haben die Mordermittler des Landeskriminalamtes wenig Hoffnung, doch noch den Täter auszuforschen. „Wir haben leider keine DNA-Spuren. Und wir haben nicht einmal die Tatwaffe.“
Nur wenig ist für die Ermittler bis heute sicher: Günther Schädel war am 26. Februar 1988 nach der Berichterstattung über die Olympischen Spiele in Calgary gegen 23.15 Uhr von der OÖN-Redaktion zu einer Lokaltour in die Linzer Altstadt aufgebrochen. Wie die Ermittlungen ergaben, besuchte Schädel in Begleitung einer Frau mehrere Lokale. Gegen 3.15 Uhr trennte sich Schädel von der Frau, schaut noch kurz in einem Lokal vorbei und wollte dann über den Tummelplatz nach Hause gehen.
Ab diesem Zeitpunkt beginnt für die Kriminalisten das große Rätsel. Gegen 3.45 Uhr findet ein Taxifahrer am Tummelplatz Schädel bewusstlos und mit blutigem Kopf im Schnee liegend. Einem Notarztteam gelingt die Wiederbelebung. Im AKH stellt sich rund 20 Minuten später die vermeintliche Sturzverletzung als Kopfschuss heraus: Das Projektil  vom Kaliber 7.65 Millimeter war knapp vor dem rechten Ohr eingedrungen und im linken Stirnbereich im Kopf steckengeblieben. Alle ärztlichen Bemühungen sind vergeblich: Gegen sechs Uhr früh stirbt der Journalist.
Das Rätsel um Täter und Motiv bleiben: War es Rache? Oder Eifersucht? Für die Kriminalisten stehen bis heute drei Verdächtige - zwei Frauen und ein Mann - im Akt. Doch alle Ermittlungen konnten bis heute niemand entscheidend belasten.
Autor: Gerhard Lukesch