21. April 2018

KOMMENTAR

von Manfred Radmayr

Trauriger Befund


m.radmayr@hallo-zeitung.at

Die Stadt Linz ist am Ende. Damit meine ich nicht ihre finanzielle Situation mit dem Damoklesschwert Swap-Prozess, sondern ihre Platznot. Die Landeshauptstadt hat keinen Spielraum mehr. Die Standortwahl für das geplante LASK-Stadion macht das deutlich. Man will die Fußballarena beim Pichlingersee bis auf ein paar Meter an die Stadtgrenze setzen. Einen anderen vernünftigen Bauplatz hätte es überhaupt nicht gegeben, und auch der ins Auge gefasste ist bei weitem nicht ideal.
Es gibt gute Argumente gegen das Stadion am See. Die Verkehrsproblematik würde auf die Nachbargemeinden Asten und St. Florian ausgelagert. Die A1-Ausfahrt gehört zu den unfallträchtigsten Kreuzungen im Zentralraum und ist schon jetzt überlastet. Ob die vorgesehene Ampelregelung Abhilfe bringt, bleibt abzuwarten. Die B1 zwischen Pichling und Asten ist täglich mehrmals Stauzone, ihr Kreisverkehr in Asten viel zu klein. Auch auf der B1 sollen künftig Ampeln installiert werden, um den Querverkehr zu ermöglichen. Dazu kommt die ungeklärte Frage der Linzer Ostumfahrung, die diese Region betreffen könnte. Der Pichlingersee als größtes Naherholungsgebiet würde an Spieltagen mit viel Publikum sicher an Erholungswert verlieren. Staus, Lärm sowie grölende und gewaltbereite Fans würden Badegäste, Spaziergeher und Jogger vertreiben.
Alles in allem hat die verheerende und kurzsichtige Linzer Raumordnungs- und Verkehrspolitik der letzten Jahrzehnte dazu geführt, dass es in dieser Stadt keinen Platz mehr gibt für ein Fußballstadion mittlerer Größe. Das Gugl-Oval ist ja auch nur noch ein Mahnmal für Fehlplanung und Geldverschwendung. Unterm Strich bleibt ein trauriger Befund.