21. April 2018

AKTUELLES

Zwei Freunde sorgen für Aufsehen

Erster Solarkoch von Österreich

Der „E-Herd“ von Dr. Alois Doppelbauer ist ungefähr 150 Millionen Kilometer von seiner Küche entfernt, die sich im Garten seinen Hauses in Gaspolts­hofen befindet. Hier betreibt der 68-jährige Energiepionier seit 15 Jahren die erste Solarküche Österreichs. Die Sonne beheizt seine zehn Solarkocher. Der Tüftler wurde vom Land mit dem Umweltpreis 2017 geehrt (Bild).


„Heute gibt es nichts zu essen“, witzeln seine Nachbarn, wenn es regnet und eine Wolkendecke die Sonne verhüllt. An solchen Tagen muss die Familie von Dr. Alois Doppelbauer den „echten“ E-Herd in der Indoor-Küche in Betrieb nehmen. Doch etwa das halbe Jahr ist die Kraft des „E-Herds“ Sonne so stark, dass Doppelbauer in seinem Garten kocht. Hier steht Österreichs erste Solarküche.
Der pensionierte Hauptschuldirektor hat seinen ersten Solarkocher vor etwa 15 Jahren in Betrieb genommen. Mittlerweile besitzt er zehn. Der kleinste Parabolspiegel, der die Sonnenstrahlen bündelt, hat 70 cm Durchmesser, der größte zwei Meter. Im Brennpunkt jedes Spiegels steht ein gußeisernes Geschirr für die Speisen.
„Die Anzahl der Solarkocher, die ich verwende, hängt von der Anzahl der Personen ab, für die ich koche,“ erzählt der Solarpionier. Bis zu 30 Personen hat Alois Doppelbauer schon mit Schmankerln aus der Solarküche versorgt. „Ich kann damit unsere ganze Ortschaft Hub bekochen.“
Am Speiseplan des Solarkochs steht vorwiegend köstliche Hausmannskost: Bratl, Gulasch, Schnitzel, Eintöpfe… Auch gegrillt wird fleißig. „Da spart man sich das Vorheizen,“ freut sich Doppelbauer. Die Sonne gibt sofort Gas. Bis zu 250 Grad Hitze sind möglich. Da heißt es aufpassen, dass nichts anbrennt. Auch im Winter. Alois Doppelbauer: „Ich habe schon bei minus zehn Grad Schnitzel gebacken. Da setze ich beim Kochen eben eine Skihaube auf.“
Für sein jüngstes Solarprojekt erhielt Doppelbauer den Landespreis für Umwelt. Er leitete mit Planspiegeln das Sonnenlicht in den Keller des elterlichen Vierkanters um und legte so die großen Gewölberäume trocken.

Staatsmeister der Hobbybrauer

Der Pensionist Hubert Neuhofer aus Gaspoltshofen überlässt nichts dem Zufall. Der 62-jährige Hobbybrauer braut nicht nur Bier, sondern analysiert die Gerstensäfte auch bis ins Detail. Sein Fachwissen machte ihn sogar zum Staatsmeister (Bild). Neuhofer hat von 71 Hobbybrauern Österreichs das beste untergärige Bockbier hergestellt. Ein Gerstensaft aus Meisterhand.


„So, jetzt kommen wir gleich in die Kapelle,“ lacht Hubert Neuhofer, der statt Bierernst den Humor bevorzugt. Seine „Kapelle“ misst etwa sechs Quadratmeter, ist weiß gekachelt und blitzsauber. Der „Altar“ steht als kleine, selbstgebaute Brauanlage im Fenstereck. An der Wand hängen Becher, Siebe und ein riesiger Kochlöffel, auf einem Pult steht ein alter Laptop.
Was Hubert Neuhofer anpackt, macht er mit ganzem Herzen. Nach dem Pensionsantritt vor vier Jahren hat sich der Gaspoltshofener in einem Nebengebäude seines Hauses  eine Mini-Brauerei eingerichtet, in der er sich leidenschaftlich seinem Hobby widmet. Da wird produziert, experimentiert und analysiert. „Das liebste nach dem Brauen ist mir nämlich die Bieranalyse,“ sagt Neuhofer mit spitzbübischem Lächeln.
„Hupo“ geht jedem Gerstensaft auf den Grund, egal ob im Handel gekauft oder als Haustrunk selbst hergestellt. Er will wissen, was außer Wasser in welcher Konzentration im Bier enthalten ist.
In der Szene der Hobbybrauer wird der Tüftler für seine Genauigkeit und sein fachliches Können geschätzt. Vierteljährlich trifft man sich bei Neuhofer zum Fachsimpeln und Verkosten.
Seine Brauanlage nimmt Neuhofer in Betrieb, wenn der Eigenbedarf an Bier zur Neige geht. Etwa sieben Stunden dauert ein Sudvorgang. Nach eineinhalbwöchiger Gärzeit wird in Flaschen abgefüllt, wo der Gerstensaft, je nach Sorte, zwei bis acht Wochen reifen muss.
An die zehn verschiedene Sorten hat Neuhofer schon gebraut: Pils, Märzen, Oktoberfestbier, Weizen hell, Stout, Bock… – und mit seinem Freund Alois Doppelbauer das weltweit erste  „Sonnenbier“.

GEMEINSAM haben die beiden Freunde Dr. Alois Doppelbauer (links) und Hubert Neuhofer aus Gaspoltshofen im Bezirk Grieskirchen in Doppelbauers Solarküche das weltweit erste thermische „Sonnenbier“ gebraut. 70 Liter wohlschmeckender Gerstensaft wurde in dem Kessel, in dem Neuhofer gerade umrührt, von den beiden zubereitet. Das Duo ist um neue Ideen nie verlegen.