21. Oktober 2018

AKTUELLES

Der Klimawandel fordert auch bei uns schon Menschenleben

Hitzejahre 2015 und 2017 mit meisten Sterbefällen

Jetzt haben wir es schwarz auf weiß: Die Sterbestatistik für die Hitzejahre 2015 und 2017 ist auch ein Partezettel im Zeichen des Klimawandels. Beide Jahre weisen österreichweit Rekordzahlen an Todesfällen aus. Oberösterreich hatte 2017 unter allen Bundesländern mit 5,2 % mehr Toten die zweithöchste Steigerungsrate.

Wovor Mediziner seit langem warnen, ist bereits traurige Gewissheit. Extrem warme Frühjahre, wochenlage Sommerhitze mit weit über 30 Grad und Nächten fast ohne Abkühlung sowie Herbst- und Winterperioden mit für diese Jahreszeiten unüblichen Plusgraden, so wie wir es 2015 und 2017 erlebt haben, erhöhen das Todesrisiko deutlich. Vor allem alte und chronisch kranke Menschen sind gefährdet, aber auch Gesunde leiden unter diesen Bedingungen.
2015 und 2017 waren in unseren Breiten die heißesten Jahre seit es kontinuierliche Wetteraufzeichnungen gibt. Und die Zahlen der Statistik Austria sprechen eine klare Sprache. Österreichweit starben im Vorjahr 83.270 Personen. Damit wurde der Sterberekord von 83.073 Toten aus dem Hitzejahr 2015 noch einmal übertroffen.
Ähnlich viele Sterbefälle gab es nur in den 1980er und zu Beginn der 1990er Jahre, als der medizinische Standard noch nicht so weit und die Lebenserwartung deutlich geringer war. Den Tiefstand gab es 2004 mit 74.292 Gestorbenen.
Insgesamt erhöhte sich österreichweit 2017 die Zahl der Begräbnisse gegenüber dem Jahr davor um 2.601 (+3,2 %).
In Oberösterreich  überlebten 13.579 Frauen und Männer das Jahr 2017 nicht. Das sind um 662 Todesopfer (+ 5,2 %) mehr als im temperaturmäßig relativ normalen Jahr 2016  und fast so viele wie im heißen 2015, als 13.653 Landsleute gestorben sind. Nur in Vorarlberg war im Vorjahr bei der Zahl der Gestorbenen mit 6,3 Prozent der Anstieg noch höher als in unserem Bundesland. Steigerungen musste jedoch jedes Bundesland verzeichnen.
Auch 2018 könnte sich in die Hitzejahre einreihen und zu einem  „Todesjahr“ werden. Der April war der heißeste seit hunderten Jahren, der zu Ende gehende Mai brachte neuerlich Rekordtemperaturen.
Um das Krankheits- oder gar Sterberisiko zu minimieren, ist das oberste Gebot, ausreichend zu trinken. Schon ein gesunder Mensch braucht 1,5 Liter Flüssigkeit pro Tag. „Im Alter filtern die Nieren um 50 Prozent weniger. Da verhindert erhöhter Druck durch Flüssigkeitszufuhr ein Nierenversagen,“ erklärt der pensionierte Primar Dr. Rainer-Maria Dejaco, Obmann des OÖ-Herzverbandes.
Hitze gefährdet vor allem auch Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen oder vorgeschädigtem Herz.