15. November 2018

AKTUELLES

Ein Gastbeitrag von Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer:

„Mache mich stark für gute Pflege“


Sozial­landesrätin Birgit Gerstorfer

Das Sozialressort hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten die Leistungen in der Altenbetreuung und -pflege stark ausgebaut. Dennoch müssen weitere Schritte folgen. Ich habe ein Programm für die Altenarbeit vorgelegt, das mit neuen Angeboten auch in Zukunft eine gute Pflege ermöglicht. Die Zahl der Pflegebedürftigen wird sich von derzeit 80.000 auf circa 126.000 im Jahr 2040 erhöhen. Es braucht daher weitere individuelle Pflege- und Betreuungsangebote.
In Oberösterreich werden bis 2025 rund 1.600 Fachkräfte in der Altenarbeit benötigt. Dabei werden jetzt schon zu wenige FachsozialbetreuerInnen in der Altenarbeit ausgebildet. Deshalb gilt es, den Einstieg in den Pflegeberuf zu ermöglichen. Wichtig dabei ist die Finanzierung der Lebenskosten während der Ausbildung.
Fünf Punkte sind mir als Soziallandesrätin im Zukunftsprogramm wichtig:
Agentur und Stipendium: Das Fachkräftestipendium muss für alle Sozialbetreuungsberufe geöffnet werden. Wenn nicht, will ich in Oberösterreich ein „Pflegestipendium“ umsetzen. Eine Pflegekräfteagentur soll interessierte BewerberInnen rekrutieren,und mit geeigneten Arbeitgebern im Sozialbereich in Kontakt bringen.
Ausbildung „Junge Pflege“: Mit diesem Lehrgang, der im November startet, ist es erstmals möglich, direkt nach der Pflichtschule eine spezielle Ausbildung mit FSBA-Fachabschluss zu beginnen.
Wohnen: Teilbetreute Wohnangebote für Menschen mit niedrigerem Pflegebedarf sollen geschaffen werden. In jeder alternativen Wohnform gibt es acht bis zwölf Stunden täglich professionelle Betreuung, die in allen Fragen die Unterstützung und Sicherheit bietet, die einzelne Personen brauchen.
Demenzberatung: Mein Ziel ist es, flächendeckend Demenzberatungsstellen aufzubauen, an die sich Angehörige und Betroffene für professionelle Unterstützung wenden können.
Für Angehörige: Das Sozialressort des Landes bietet Kurse und Austauschmöglichkeiten, um Überforderung zu verhindern. Außerdem gibt es Unterstützungsmöglichkeiten durch die Kurzzeitpflege, wenn Angehörige selbst eine Auszeit brauchen oder verhindert sind.