15. November 2018

AKTUELLES

Bürgermeister Rabl zieht Halbzeitbilanz:

„Wels pulsiert: An allen Ecken wird gebaut“


Hallo: Herr Bürgermeister, was haben die ersten drei Jahre Ihrer Amtsführung in Wels verändert?

Bgm. Rabl: Wels hat einen Reformrückstau, die Finanzen waren nicht geordnet, die Infrastruktur veraltet. Nach meinem Amtsantritt hatte ich daher drei Schwerpunkte. Zuerst haben wir uns auf eine Budget- und Magistratsreform konzentriert. Diese wurde zwischenzeitlich umgesetzt. Heute erwirtschaften wir einen Überschuss von 13 Millionen Euro. Darüber hinaus haben wir im Kinderbetreuungsbereich massiv investiert. Das betrifft sowohl die Sanierung der Kindergärten und Schulen als auch die Sprachförderung. Weiters wurde der bisher vernachlässigte Integrations- und Sicherheitsbereich forciert. Ergebnis dieser Bemühungen ist, dass statt eines Asylzentrums eine Polizeischule nach Wels kommt.

Hallo: Heuer gibt beziehungsweise gab es drei große Baustellen in Wels: am Stadtplatz, beim Greif und beim Kraftwerk Traunleiten. Welche Bedeutung haben diese Bauvorhaben?

Bgm. Rabl: Diese Baustellen belegen, dass Wels derzeit pulsiert. Es wird an allen Ecken und Enden gebaut. Wichtig war die Renovierung des Stadtplatzes, weil damit die Innenstadt  für die Geschäftsleute und die Bürger aufgewertet wird. Mit dem Neubau des Greif erhält der Kaiser Josef Platz ein neues Gesicht.

Hallo: Lange Zeit waren mit Wels zwei Bezeichnungen eng verbunden: Messestadt und Einkaufsstadt. Beide Markenzeichen haben dann an Glanz verloren. Wie weit ist Oberösterreichs zweitgrößte Stadt auf dem schwierigen Weg zurück zu alter Stärke?

Bgm. Rabl: Wels ist auf einem guten Weg. Bei der Messe sind wir, nach ,verkaufter Fläche’ berechnet, Nummer 1 in Österreich, und das Volksfest ist nach dem Relaunch ein Erfolgsmodell geworden. Auch als Einkaufsstadt wird Wels wieder entdeckt. Das merkt man bei den Leerständen, die von über 15 Prozent auf unter 4 Prozent reduziert werden konnten. Auch die Kundenfrequenz hat stark zugenommen.

Hallo: Beim Thema Sicherheit setzt Wels unter Ihrer Führung unter anderem verstärkt auf Videoüberwachung. Wie sind die Erfahrungen damit?

Bgm. Rabl: Die Erfahrungen sind sehr gut. Dank der Videoüberwachung konnten viele Delikte aufgeklärt werden, bei den angezeigten Straftaten verzeichnen wir einen Rückgang um 21 %. Im Sicherheitsbereich werden aber weitere Maßnahmen gesetzt. Dazu gehört die Übersiedlung der Polizeistation auf den Kaiser Josef Platz und die Einrichtung der Polizeischule mit über 400 angehenden Polizisten.

Hallo: Ein Drittel der Welser Bevölkerung hat Migrationshintergrund, etwa 23 Prozent haben keinen österreichischen Pass. Was sind die größten Integrationsbaustellen und wie will man sie beseitigen?

Bgm. Rabl: Zur Behebung der Integrationsprobleme haben wir den Spracherwerb in den Vordergrund gestellt. Das beginnt bei Sprachförderung im Kindergarten und endet darin, das ein Zugang zu Sozialleistungen bzw. einer Wohnung nur bei ausreichenden Deutschkenntnissen möglich ist. Gleichzeitig sagen wir dem Islamismus den Kampf an. Die Schließung von radikalislamischen Moscheen findet daher unsere volle Unterstützung. Dieser Weg hat auch Erfolg. Die letzte Statistik zeigt einen Rückgang der Drittstaatsangehörigen in Wels.

Hallo: Ein Mietpreisvergleich hat heuer ergeben, dass Wels unter Österreichs Städten zu den günstigsten Wohnorten gehört. Mit einer durchschnittlichen Nettomiete von 9,80 Euro pro m2 inklusive Betriebskosten liegt Wels mit Klagenfurt auf Platz 2 hinter Eisenstadt (9,30 Euro). In Linz beträgt die Durchschnittsmiete 11,20 Euro pro m2. Warum ist in Wels das Wohnen leistbarer?

Bgm. Rabl: Wir haben uns frühzeitig um den sozialen Wohnbau bemüht. Die im Eigentum der Stadt stehende Heimstätte hat dabei Pionier­arbeit geleistet. Leistbareres Wohnen wird auch zukünftig eine große Herausforderung sein, dabei ist es wichtig, Grundstücke zu erschwinglichen Preisen zu sichern.

Hallo: Auch in Wels werden die Menschen immer älter. Wie geht die Stadt mit dieser Herausforderung um?

Bgm. Rabl: Wels hat in den vergangenen Jahren die Betreuungseinrichtungen für Senioren neu errichtet bzw. saniert. Erst dieses Jahr wurde das neue Leopold Spitzer-Heim eröffnet. Auch mit den Generationentreffs und dem Tageszentrum für Senioren sind wir gut aufgestellt. Ziel ist es, dass die Senioren möglichst lange aktiv am kulturellen und gesellschaftlichen Leben teilnehmen und fit bleiben. Wichtig ist, dass man in Wels in Würde alt werden kann.

Hallo: Am 22. September plant die Initiative „Hand auf’s Herz“ auf der Welser Trabrennbahn einen Weltrekord im Wiederbeleben. 12.000 Menschen sollen sich an Puppen in Sachen Reanimation versuchen und dabei richtiges Verhalten für den Ernstfall üben. Wird der Weltrekord gelingen?

Bgm. Rabl: Ich drücke jedenfalls die Daumen. Ob der Weltrekordversuch gelingt oder nicht, steht für mich aber nicht an erster Stelle. Die Aktion selbst ist einfach großartig. Alle Menschen, die daran teilnehmen, lernen, wie man jemanden im Ernstfall richtig wiederbelebt. Ich kann wirklich nur jeden dazu einladen, mitzumachen. Wenn der Rekord geschafft wird, ist das noch das sprichwörtliche Sahnehäubchen auf der Torte.

Hallo: Was sind weitere Veranstaltungshöhepunkte im Herbst in Wels?

Bgm. Rabl: Diesen Donnerstag startet die Herbstmesse gemeinsam mit der großen Landwirtschaftsmesse AgroTier und dem Volksfest, das heuer seinen 140. Geburtstag feiert. Wir dürfen uns auch auf das Blasmusikfestival FISAIC freuen, natürlich die Retter Messe, bei der auch der Weltrekordversuch stattfindet, und vieles, vieles mehr. Wels pulsiert, das wird auch gelebt. Und ab November startet dann bereits der Christkindlmarkt.