24. März 2019

KOMMENTAR

von Manfred Radmayr

Karten auf den Tisch


m.radmayr@hallo-zeitung.at

So geht es nicht, und so wird es nichts!  Der LASK befindet sich nach langer chaotischer Vereinsführung, die auch zum Verlust der sportlichen Heimstätte geführt hat, auf einem guten Weg. Sportlich ist man aktuell Österreichs bestes Fußballteam hinter den Roten Bullen aus Salzburg, wirtschaftlich wurde die Saison 2017/18 mit 60.000 Euro Gewinn abgeschlossen. Da ist es legitim, dass man sich nach einem eigenen Stadion mit zeitgemäßer Infrastruktur sehnt. Dieses 45 Millionen Euro teure Bauvorhaben auf der grünen Wiese als Geheimaktion durchziehen zu wollen, ist der völlig falsche Weg. Das wäre früher mit Hilfe politischer Handlanger gegangen, heute sind die Spielregeln anders. Es müssen alle Karten auf den Tisch. Dann kann man die Standortfrage sachlich diskutieren, und es gibt gute Argumente dafür, dass der Pichlingersee keine gute Wahl ist. Eine vielleicht geeignete Alternative gäbe es in Ansfelden, östlich vom Haid-Center, mit besserer Verkehrsanbindung und mehr Synergien. Das muss man in Erwägung ziehen, ohne das Florianiprinzip zu strapazieren. Gegenargumente wird es dort und da geben, eine Lösung nur dann, wenn die totale Öffentlichkeit hergestellt wird.
Und noch etwas ist klar: In (Ober-)Österreich ist es höchste Zeit, beim Zupflastern von Grünflächen auf die Bremse zu steigen. Das gilt beispielsweise für die noch immer ausufernde Zahl von Lebensmittelmärkten, obwohl wir in Europa ohnehin schon das dichteste Netz dieser Ketten haben. In Wallern hat sich Ende November bei einer Volksbefragung eine Mehrheit gegen einen weiteren Supermarkt ausgesprochen. Beim LASK-Stadion wird es genau so sein, wenn der Klub nicht die Offensive sucht.