21. September 2019

KOMMENTAR

von Manfred Radmayr

Verlässlicher Partner


m.radmayr@hallo-zeitung.at

Dem LASK läuft die zeit davon. Nicht sportlich, da gehörte man mit dem vorwöchigen Trainingsauftakt für die neue Spielsaison, in der die Linzer Athletiker erstmals in der Gruppenphase eines internationalen Bewerbes (Europa League oder Champions League) dabei sein werden, zu den Ersten. Knapp wird es allerdings bei der Suche nach einer klub­eigenen Heimstätte, die in drei Jahren gebaut sein sollte. Nach 2022 darf nämlich der LASK, laut Vertrag mit der Gemeinde, in Pasching keine  Bundesligaspiele mehr austragen.
Gegen die Pläne für ein LASK-Stadion beim Pichlinger See gibt es breiten Widerstand. Die Bürgerinitiative „Rettet den Pichlingersee!“ hat seit Ende Mai die für eine Linzer Volksbefragung notwendigen 6.100 Unterschriften beisammen. Mit den Unterzeichnern aus Umlandgemeinden sind es mehr als 10.000 Unterschriften. Jetzt wird rechtlich geprüft, ob die Volksbefragung gleichzeitig mit der Nationalratswahl am 29. September stattfinden kann.
An das Pichlinger Stadion glaubt man offenbar bei LASK selbst nicht mehr. Zuletzt bekundete der Verein angeblich Interesse an einem 200.000 m2 großen Grundstück, das für 8,5 Millionen Euro im Ebelsberger Ortsteil Fischdorf hart an der Grenze zu Ansfelden feilgeboten wird. Zu teuer! Dagegen wären ja die 150.000 Euro Jahrespacht für das Haupt­areal in Pichling ein Schnäppchen. Auch andere Stadion­standorte tauchen in den Spekulationen immer wieder auf. Doch wie man es dreht und wendet, bis 2022 wird sich eine LASK-Arena nicht ausgehen.
Weil eine Rückkehr in das Stadion auf der Gugl für den Fußballklub weiterhin keine Option ist, wird der LASK auch 2023 noch in Pasching spielen. Den dortigen Gemeinderat hat der Verein ja als verlässlichen Partner (Bericht S. 7), eine Verlängerung der Spielgenehmigung wird keine Hexerei sein. Die Kommunalpolitiker lesen dem Klub jeden Wunsch von den Augen ab und lassen die geplagten Stadionanrainer und die Bürgerinitiative gegen zusätzliche Trainingsplätze dumm sterben. Der LASK müsste längst PASK heißen.