13. November 2019

AKTUELLES

Welser Autor und Jurist führt eine Sterbehilfe-Initiative an

Petition für würdigen, selbstbestimmten Tod

Allerheiligen ist der „offizielle“ Gedenktag, doch geliebte und geschätzte Verstorbene vergessen wir zeitlebens nicht. Wann wir uns von dieser Welt verabschieden, ist allerdings nicht selbstbestimmt. Der Autor und Jurist Dr. Peter Frömmel (63) aus Wels will das ändern. Eine Petition für „Würdiges Sterben“ sieht er als Lebensaufgabe.


Dr. Peter Frömmel hat das Cover-Foto für seinen Roman „Leben. Nach dem Tod“ im Ausseerland selbst fotografiert. Auf einer verfallenen Hütte erwacht neues Leben in Form von Bäumen. Das Buch kann man beim Autor unter 0664/4233213 bestellen und in der Linzer Buchhandlung Fürstelberger und in den Welser Buchhandlungen Friedhuber und Haas kaufen.

„Ich bin in meinem Leben immer auf die Butterseite gefallen,“ sagt mit Peter Frömmel ein Mann, bei dem im Vorjahr in einer neuneinhalbstündigen Operation ein Gehirntumor entfernt wurde. Auch sein erster Pensionstag am 1. Juni 2017 war nicht gerade von Glück begünstigt. Da riss ihm beim Squash eine Archillessehne.
„Jetzt geht es mir wieder gut, auch wenn die Sonne nicht mehr so hell schein wie früher,“ erzählt der gebürtige Bad Ausseer, der in seiner aktiven Zeit Geschäftsführer der Sparte Tourismus bei der Wirtschaftskammer Oberösterreich war.
Aktiv ist der 63-Jährige auch als Pensionist. Er fährt Mountainbike, spielt wieder Squash und geht in die Berge.  „Nur mein Appetit ist seit der Operation weniger.“ Doch Frömmel hat genug Energie für eine Mammutaufgabe: Er will erreichen, dass nach dem Vorbild der Schweiz und der Niederlande auch in Österreich ein selbstbestimmtes würdiges Sterben möglich wird.
Den Auftrag dafür leitet er nicht nur aus seiner persönlichen Erfahrung ab, sondern auch aus dem Schamanismus, den er studiert hat und seit 17 Jahren lebt. Als Schamane geht Frömmel „mit offenem Herzen und dem Bewusstsein, dass alles mit allem zusammenhängt“ durch die Welt. Um Kraft und Hoffnung zu schöpfen, versetzt sich der Familienvater regelmäßig für 15 bis 25 Minuten in Trance, um mit Geisterwesen in Kontakt zu treten.
Diese Geisterwelt sei auch dafür verantwortlich, ist Peter Frömmel überzeugt, dass ihm zwei Wochen vor seiner Pensionierung im Traum 13 Kapitel eines Romans eingefallen sind. „Ich bin sofort aufgestanden und habe sie aufgeschrieben.“ Daraus ist das Buch „Leben. Nach dem Tod“ (Eigenverlag, 168 Seiten, 19,90 Euro) entstanden.  Ein humorvoller, Mut machender Roman über Liebe, Leben, Tod.
Bei seiner Inititative für Sterbehilfe meint der Welser Aktivist, die Mehrheit der Bevölkerung hinter sich zu haben. „In Deutschland sind laut Umfragen bis zu 74 Prozent der Menschen dafür, bei uns ist es nicht anders,“ so Frömmel, der im persönlichen Umfeld bereits 1.800 Unterschriften gesammelt und während der schwarz-blauen Bundesregierung mit den Gesundheitssprechern aller Parteien Kontakt aufgenommen hat. „Von allen Politikern, auch von Gesundheitslandesrätin Haberlander, habe ich gehört, dass dieses Thema überfällig ist, doch keiner wollte der Erste sein, der damit beginnt,“ so Frömmel. „Also starte ich mit der neuen Bundesregierung meine Petition neu, diesmal bundesweit.“