19. Februar 2020

AKTUELLES

Die moderne Sklaverei reicht bis nach Oberösterreich:

Linzer Ordensfrau kämpft gegen Menschenhändler

Neben dem Handel mit Waffen und Drogen ist der Menschenhandel das lukrativste Geschäft. Jährlich werden damit geschätzte 99 Milliarden Dollar umgesetzt. Auch in Österreich und in unserem Bundesland blüht diese moderne Sklaverei. Eine Ordensfrau aus Waizenkirchen, die in Linz lebt, kämpft dagegen seit fünf Jahren an.


Salvatorianer-Schwester Maria Schlackl mit Marianisten-Pater Hans Eidenberger vom Bildungshaus Greisinghof in Tragwein im Mühlviertel, der sie im Kampf gegen den Menschenhandel unterstützt. Auch bei Schlackls Vortrag am 30. Jänner um 19 Uhr in Kleinraming wird Pater Eidenberger dabei sein. Foto: Alois Ferihumer

Maria Schlackl ist in Waizenkirchen in einer sehr offenen, christlich engagierten Familie aufgewachsen. „Das bereitete den Boden für ein sensibles Wahrnehmen der gesellschaftlichen Realität,“ sagt die 67-Jährige, die bereits mit zwölf Jahren erkannte, dass es viel Gewalt und soziale Ungerechtigkeit gibt auf dieser Welt. „Und wenn es schon so ist, dann will ich wenigstens etwas dagegen tun,“ dachte sich die jugendliche Hausruckviertlerin. Und so denkt sich noch heute.
Maria Schlackl trat dem Orden der Salvatorianerinnen bei und war lange als Ordensfrau in Wien. Seit 2014 lebt Schwester Maria in ihrem Ordenshaus in Linz, wo sie unter anderem als Provinzvikarin Oberösterreichs tätig ist.
Seit fünf Jahren engagiert sich Schlackl für die Hilfsorganisation „Solwodi“; das steht für „Solidarity with women in distress“, also für „Solidarität für Frauen in Not“. Der Verein wurde einst in Kenia gegründet und über Deutschland nach Österreich „importiert“. „Ich bin hier für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig,“ sagt Maria Schlackl und wartet  mit furchtbaren Zahlen auf: „Jährlich werden 2,4 Millonen Menschen Opfer des Menschenhandels. Die Ware Mensch bringt weltweit einen Jahresumsatz von geschätzten 99 Milliarden Dollar.“
Betroffen sind vorwiegend Frauen, die meist sexuell missbraucht und finanziell ausgebeutet werden. „Solwodi“ macht auf ihr Schicksal aufmerksam und versucht sie aus dem kriminellen Geschäft zu befreien. Derzeit hat der Verein zehn Frauen mit ihren Kindern in seiner Obhut. Über ihre Arbeit gegen die moderne Sklaverei hält Schwester Maria am 30. Jänner (19 Uhr) einen Vortrag in der Bibliothek Kleinraming: „Aktiv gegen Menschenhandel“.
Das Spendenkonto für Schwester Maria Schlackl und den Verein „Solwodi“: IBAN: AT55 3200 0000 1162 4640 bei der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich.