25. September 2020

AKTUELLES

Pensionistin (63) hegt 1.200 Tomaten-Sorten

Regina Jungmeier aus Alkoven hat paradiesische Freude an Paradeisern. „Es ist wie eine Sucht,“ beschreibt die 63-Jährige ihre Leidenschaft. Im Laufe von 15 Jahren hat die pensionierte Lehrerin und Landwirtin in ihrem Garten bereits etwa 1.200 verschiedene Tomatensorten angepflanzt und deren Samen zum Erhalt der Pflanzenvielfalt kultiviert.


„Kaiserin Sisi“ präsentiert sich riesig und vollfleischig.

Begonnen hat es vor 15 Jahren. „Meine Tochter erfuhr damals von einem Pflanzenmarkt in Langenlois, zu dem wir dann auch hingefahren sind,“ erinnert sich Regina Jungmeier. „Dort hat mich dann ein Stand mit Tomaten begeistert.“ Und in der mittlerweile pensionierten Biologie- und Deutsch-Lehrerin begann damals ein neues Hobby zu keimen, das sie nicht mehr loslässt.
Jungmeiers Tomaten wachsen in Bio-Erde und werden biologisch gedüngt. Es gibt ein beheizbares, 25 m2 großes Glashaus mit zwei Anbauebenen und einen Folientunnel.  Hier werden jedes Jahr mehrere Dutzend Paradeiser-Sorten gezogen. Heuer pflanzt Jungmeier 86 Sorten an.
Nach der reichen Ernte werden die Tomatenkerne mühsam gereinigt und getrocknet. Auf diese Weise hat die vierfache Mutter schon eine Saatgut-Bank mit 1.200 verschiedenen Sorten angelegt. Ein Pflanzenschatz, zu dem auch viele alte Sorten gehören, die man in keiner Gärtnerei mehr findet.
Weltweit kennt man etwa 10.000 Tomatensorten. Regina Jungmeier pflegt einen regen internationalen Saatgutaustausch mit Gleichgesinnten. Ihre Verbindungen reichen von Deutschland bis Korsika.
Normalerweise vermehren sich die Paradeiser mit Windes- und Insektenhilfe durch Selbstbestäubung. Dabei können auch neue Sorten entstehen. „Zweimal haben mir schon Hummeln dreingepfuscht,“ lacht Jungmeier, und freut sich über entsprechende Eigenmarken.
Jungmeiers Salat-, Fleisch- und Cocktailtomaten sind rot in allen Schattierungen, gelb, rosa, orange, grün, schwarz. Zu ihren Lieblingssorten gehören die „Kaiserin Sisi“, eine goldgelbe Salattomate, der „Schwarze Prinz“, eine ganz dunkle Fleischtomate aus Russland, und die saftige, dunkelrote Indianertomate „Cherokee Purple“.
An Interessenten verschenkt Regina Jungmeier Tomaten-Saatgut (07274/8289, r.jungmeiere@eduhi.at). Die Alkovener Spezialistin hat auch einen Rat parat: „Viel Mulch verwenden und wenig gießen. Je weniger Wasser, desto süßer die Früchte.“