24. November 2020

AKTUELLES

Mütter ertränken ihre Kinder

Seit mehr als Monaten gibt es in Nepal wegen Corona einen strengen Lockdown mit katastrophalen Folgen, wie eine erschütterte Helferin aus Meggenhofen im Bezirk Grieskirchen berichtet. „Die Hungersnot treibt verzweifelte Mütter dazu, ihre Kinder und dann sich selbst zu töten,“ beklagt die Pädagogin.


Eine junge Frau in dem Slum, wo die Menschen von MMag. Brigitte Söllingers „ChildVision“-Hilfsprojekt mit Essen versorgt werden.

„Ich habe von meinen Vertrauensleuten in Nepal Fotos geschickt bekommen, die ich nur meinem Mann zeige. Darauf sieht man, wie verzweifelte Mütter ihre Kinder im Eimer ertränken, um sich dann selbst zu erhängen,“ erzählt MMag. Brigitte Söllinger. Die 58-jährige Pädagogin und ihr Ehemann Mag. Heinz Söllinger engagieren sich seit Jahren in dem Himalaya-Staat gegen den Mädchenhandel und für recht- und besitzlose Frauen und deren Kinder.
Drei Schulen haben die Söllingers mittlerweile durch Eigenengagement und Spendenhilfe in Nepal errichtet. Deren Betrieb steht seit mehr als fünf Monaten still. Ein strikter Lockdown hat das Wirtschaftsleben völlig lahm gelegt. Das trifft vor allem die Ärmsten der Armen, und das sind Frauen und Kinder aus der untersten hinduistischen Kaste. Sie haben keinerlei Verdienstmöglichkeiten mehr. Der Hunger ist allgegenwärtig.
„Die Menschen sterben nicht an Corona, sondern sie verhungern,“ ist Brigitte Söllinger erschüttert. „Die Selbstmordrate explodiert, der Mädchenhandel nimmt wieder zu.“
Die Meggenhofenerin schickt monatlich 1.500 bis 2.000 Euro an die Mitarbeiter ihres „ChildVision“-Hilfsprojekts nach Nepal, damit sie Lebensmittel und Medikamente kaufen können. Söllinger: „Damit versorgen wir an die 400 Menschen, vor allem Frauen und Kinder aus unseren Schulen sowie in einem Slum und Bewohner eines Lepra-Dorfes.“
Ein Drittel der Hilfsgelder kommt über Spenden bei Vorträgen, von denen Brigitte Söllinger schon mehr als 100 gehalten hat, und durch Patenschaften von 15.- Euro pro Monat herein, den Rest zweigen Brigitte und Heinz Söllinger, die für 2021 ihren sechsten Nepal-Aufenthalt planen, von ihrem Gehalt ab.
Brigitte Söllinger: „Ich weiß, dass jetzt bei uns auch viele Menschen Probleme und Zukunftsängste haben, deshalb fällt es mir auch nicht leicht, um Spenden zu bitten.“
Wer dem Lehrerehepaar beim Helfen helfen möchte, kann auf das Konto AT97 3431 3003 0001 9315 spenden. Kennwort: Nepal. Mehr Infos  auf childvisionnepal.com.