24. November 2020

AKTUELLES

Nanozellulose als nachhaltiger Ersatz für Plastik ist vielfältig einsetzbar

Eine weltweit bedeutende Erfindung wächst im Hausruckviertel zur Serienreife

Noch ist es eine One-Man-Show, doch im Hausruckviertel wächst eine Erfindung mit dem Potential für einen Welterfolg zur Serienreife heran: DI Michael Jarolim aus Gaspoltshofen hat ein Patent zur Herstellung von Nanozellulose entwickelt, die zum Beispiel Plastik in der Lebensmittelverpackung ersetzen kann. Dem Erfinder winkt ein Staatspreis.

Zellstoff aus Bäumen, Baumwolle, Gras, Altpapier oder auch Rübenabfälle sind die Ausgangsprodukte, dazu kommt Wasser und Strom - mehr braucht Michael Jarolim nicht zur Erzeugung seiner Nanozellulosefaser.
Und diese hat es in sich: Sie ist einfach, günstig und energiesparend herzustellen und wegen ihrer spezifischen Oberfläche unter anderem „für die Papierindustrie interessant, und sie kann für Kosmetik, Medizinprodukte und bei der Lebensmittelverpackung eingesetzt werden,“ erklärt ihr Erfinder. „Das 100-prozentige Naturprodukt ist biologisch abbaubar und für die Fauna und Flora ungiftig.“
Jarolims Nanozellulose kann als hauchdünne Folie verwendet werden und zum Beispiel die Plastikkomponenten in Wurstpapier oder Tetrapak ersetzen. Studien ergaben einen weltweiten Bedarf von jährlich 35 Millionen Tonnen dieser Faser.
Jarolim tüftelt seit vier Jahren an seiner Erfindung. Der 50-Jährige ist in Salzburg aufgewachsen, studierte in Graz Verfahrens-, Papier- und Zellstofftechnik und arbeitete dann für die Firma Andritz. Seine erste Versuchsanlage baute er im Kinderzimmer seiner Wiener Wohnung. Dann übersiedelte Jarolim mit Familie nach Gaspoltshofen in den Heimatort seiner Gattin. Hier steht nun die Pilotanlage. „Sie hat in der ersten Sekunde funktioniert. Das hat mich ein wenig stolz gemacht,“ erzählt der Techniker.
Vor drei Wochen wurde ein Investorenvertrag unterzeichnet. Derzeit wird eine mobile Demonstrationsanlage  gebaut, die im Februar einsatzbereit sein soll.
Michael Jarolims technische Innovation wurde in der Kategorie „Humanity“ unter drei Finalisten für den österreichischen Staatspreis „Patent 2020“ nominiert. Diese höchste Auszeichnung für Erfindungen wird am 9. November vergeben.