24. November 2020

AKTUELLES

Von der Weide auf den Teller

20.000 Weidegänse machen OÖ zur Nummer 1!


Gänsemarsch: Mit lautem Geschnatter überqueren täglich in der Früh 700 Vögel in der Kremsmünsterer Ortschaft Egendorf die Gemeindestraße, wenn Landwirt Markus Oberhauser seine Traunviertler Weidegänse auf die saftigen Wiesen treibt. Foto: Hütmeyer

Eigentlich war alles angerichtet für Ganslfesttage, denn vom Martini-Fest am 11. November bis Weihnachten steht bei Herrn und Frau Österreicher meistens einmal ein Gansl am Speiseplan. Doch die coronabedingten Einschränkungen in der Gastronomie lassen die heimischen „Ganslbauern“ nun um einen Teil ihres Geschäfts zittern.
Mittlerweile werden auf 120 Betrieben in Oberösterreich rund 20.000 Gänse gehalten. Oberösterreich ist damit das Bundesland Nr. 1 in der Gänsehaltung. Damit konnte der Eigenversorgungsgrad in Österreich erheblich gesteigert werden. „Der lag 1995 bei nur sieben Prozent, jetzt bewegt er sich im Bereich von 25 Prozent“, weiß Heidi Hebesberger aus Nußbach im Bezirk Kirchdorf, Obfrau des Projekts „Österreichische Weidegans“. Die restlichen 75 Prozent der in Österreich verzehrten Gänse stammen überwiegend aus Ungarn und Polen.
Der gesamte Inlandsverbrauch an Gänsefleisch liegt bei ungefähr 600.000 Gänsen beziehungsweise 2.123 Tonnen. Insgesamt werden österreichweit etwa 120.000 Gänse produziert. Mit einem Pro Kopf-Verzehr von rund 0,15 Kilogramm essen die Österreicher im statistischen Durchschnitt etwa einmal pro Jahr ein Gänsegericht.
Frische, konventionelle Weidegänse kosten ab Hof im Durchschnitt circa 11 bis 12 Euro pro Kilo, für Bio-Ware bezahlt man 13 bis 15 Euro.
Wer ein regionales Gansl verspeisen möchte, findet auf www.weidegans.at ein Verzeichnis der Bezugsquellen. Hier gibt es auch Informationen über die Weideganshaltung und Ratschläge für die Zubereitung. Die Rezepte stammen von Bäuerinnen, die selbst Weidegänse halten und  die Gänseküche beherrschen.