24. November 2020

AKTUELLES

Betreuungszentrum am Rande des Urwalds wurde schon vor Jahrzehnten gegründet

Hörschinger Idealisten helfen 300 behinderten Kindern und Jugendlichen im Armenhaus Bolivien


Die kleine Melody mit ihrer Mutter. Das Mädchen leidet am Down Syndrom und wird im Betreuungszentrum FASSIV in der Provinzstadt San Ignacio bestmöglich versorgt. Rund um diese Stadt sind die Dörfer der Chiquito-Indianer. Sie arbeiten oft als Tagelöhner oder ringen dem Urwald winzige Felder ab, in denen sie Reis, Mais und Bananen pflanzen. Der Ertrag reicht oft kaum zum Leben.

Melody lebt mit ihrer Mutter und zwei Geschwistern in einem Zimmer im Haus der Großeltern in San Ignacio im Tiefland von Bolivien. Der Vater hat die Familie verlassen und kümmert sich nicht mehr um sie. Kein Einzelfall. Die Mutter versucht Geld zu verdienen, indem sie für andere Leute wäscht und putzt. In Zeiten von Corona ist das kaum noch möglich.
Melody hat Trisomie 21, auch bekannt als Down Syndrom. Das kleine Mädchen besucht die Schule im Gesundheits- und Ausbildungszentrum FASSIV (Fundación de Ayuda Social de San Ignacio de Velasco). Hier werden aktuell mehr als 300 Kinder und Jugendliche mit Ein- und Mehrfachbehinderungen und deren Familien betreut.
Gegründet wurde das Zentrum von der Oberösterreicherin Irmgard Prestel (1928 - 2015), die mit 30 Jahren als Hilfslehrerin nach San Ignacio auswanderte und dort neben einer Familie auch ein Gymnasium für Mädchen, ein Kinderheim und eine Haushaltsschule ins Leben rief.
Prestel fand in ihrer alten Heimat in einer Schulfreundin aus Hörsching eine prominente Unterstützerin. Die Kinder- und Jugendbuchautorin Käthe Recheis (1928 - 2015) half ab 1985 mit ihrem Gemeinnützigen Verein „KRIP“ zur Unterstützung von Indianerschulen mit großzügigen Spenden.
Seit 2016 führen diesen Verein der Hörschinger Andreas Scherney und weitere ehrenamtliche Mitglieder. Sie garantieren so die wertvolle und notwendige Hilfe für FASSIV und sorgen für Inklusion am anderen Ende der Welt.
Das Zentrum besteht aus einer Sonderschule, einer Ausbildungswerkstatt für Jugendliche und bietet Physiotherapie an. Ziel der Betreuung ist es, dass Behinderte entsprechend ihren Fähigkeiten für sich selber sorgen können und in die Gemeinschaft integriert werden. Auch notwendige Arztbesuche und Operationen werden organisiert.  Eine Sozialarbeiterin kümmert sich um Familien in sehr schwierigen Verhältnissen.
Unter- und Mangelernährung sind in Bolivien gerade bei Kindern noch immer ein großes Thema. Schon vor Corona wurden durch FASSIV 120 Familien monatlich mit Lebensmittelpaketen unterstützt. Außerdem gab es in der Schule und den Werkstätten täglich ein Frühstück und ein- bis zweimal pro Woche ein warmes Eintopfgericht.
Durch die Pandemie ist für viele Familien die Möglichkeit, zumindest ein geringes Einkommen zu verdienen, auch noch weggefallen. FASSIV versucht nun für noch mehr Familien Lebensmittelpakete zur Verfügung zu stellen.
Der Verein „KRIP“ ist dankbar über jede Unterstützung. Das Spendenkonto bei der Raiffeisenbank Hörsching lautet:  IBAN  AT35 3417 0000 0001 3920.
Wer mehr über „KRIP“ und FASSIV erfahren möchte, schreibt an: krip@gmx.at