22. Februar 2017

  • Jänner 2017

  • REPORTAGE

    Seit fast vier Monaten im Gebirge verschollen

    Drama um einen 40-jährigen Elektriker aus dem Welser E-Werk

    Obwohl es längst gewiss ist, dass der Sohn bei einem Bergunfall ums Leben gekommen ist, waren es für eine Familie in Gallspach im Bezirk Grieskirchen heuer Weihnachten voller Ungewissheit und quälender Fragen. Jeder kennt das Gefühl, wenn einer aus dem Kreis seiner Liebsten stirbt. Das Schlimmste ist aber der Tod eines Kindes, wenn man nicht weiß, unter welchen Umständen es ums Leben gekommen ist. Dieses Martyrium erleiden seit dreieinhalb Monaten die Angehörigen von Thomas Leitner. Der 40-jährige Elektriker aus dem E-Werk Wels, der viel im Klinikum Wels-Grieskirchen beschäftigt war, ist am 11. September in den Bergen Vorarlbergs verschwunden. Tagelange Suchaktionen aus der Luft (Bild) und am Boden nach dem allseits beliebten Bergsportler blieben erfolglos. Gefunden wurde nur das Auto des Vermissten. Möglicherweise ist der Oberösterreicher im Ewigen Eis der Silvretta in eine Gletscherspalte gestürzt. Fast täglich fragen sich die Eltern und die drei Geschwister des Verschollenen: Hat Thomas nach seinem Absturz noch gelebt? Wäre er zu retten gewesen? Welche Qualen musste er erleiden? Ob sie darauf jemals Antworten erhalten, ist höchst ungewiss. Schließlich werden in dem fraglichen Gebiet einige Bergsteiger seit Jahrzehnten vermisst. Für ihre intensiven Bemühungen auf Österreichs und der Schweizer Seite des Montafon-Gebirges schickten die Suchmannschaften der leidgeprüften Familie des Abgängigen Rechnungen in der Höhe von insgesamt 70.000 Euro.