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Tödlicher Wingsuit-Unfall bei Zell am See: Fallschirmspringer aus Deutschland stirbt nach Absturz

Hallo-Zeitung.at Redaktion
aktualisiert: 8. November 2026 18:52
Tödlicher Wingsuit-Unfall bei Zell am See Fallschirmspringer aus Deutschland stirbt nach Absturz
Tödlicher Wingsuit-Unfall bei Zell am See Fallschirmspringer aus Deutschland stirbt nach Absturz

Ein 61-jähriger Fallschirmspringer ist bei einem Wingsuit-Sprung im Salzburger Pinzgau tödlich verunglückt. Der Mann aus Sachsen-Anhalt wurde am Samstagnachmittag, 7. November 2026, auf einer Wiese in Bruck an der Großglocknerstraße gefunden. Die Ursache des Unfalls ist noch ungeklärt.

Der Mann war gemeinsam mit mehreren Flugkollegen vom Flugplatz Zell am See gestartet. Über dem Flugplatz sprang er mit einem Flügelanzug, einem sogenannten Wingsuit, aus dem Flugzeug. Er trug außerdem einen Fallschirm.

Als der 61-Jährige nicht wie vorgesehen am Flugplatz landete und telefonisch nicht erreichbar war, machten sich seine Begleiter auf die Suche. Wenige Minuten später fanden sie ihn auf einer Wiese im Gemeindegebiet von Bruck an der Großglocknerstraße. Für den Fallschirmspringer kam jede Hilfe zu spät.

Rettungsschirm hatte automatisch ausgelöst

Nach Angaben der Polizei hatte der Rettungsschirm des Mannes automatisch ausgelöst. Was während des Sprungs genau geschah und aus welcher Höhe der Fallschirmspringer abstürzte, war zunächst nicht bekannt.

Die Staatsanwaltschaft Salzburg ordnete eine Obduktion an, um die Todesursache zu klären. Ein Fremdverschulden schließt die Polizei nach bisherigem Ermittlungsstand aus. Laut ORF geht sie derzeit von einem möglichen medizinischen Notfall während des Flugs aus. Die Untersuchungen zur Unfallursache laufen.

Der Mann aus Sachsen-Anhalt galt nach Angaben der Polizei als versierter Fallschirmspringer.

Was ist ein Wingsuit?

Ein Wingsuit ist ein spezieller Flügelanzug, mit dem Fallschirmspringer durch die Luft gleiten können. Zwischen den Armen und dem Oberkörper sowie zwischen den Beinen befinden sich Stoffflächen mit Luftkammern. Während des Flugs strömt Luft in diese Kammern. Dadurch bilden sich Flächen mit einem Profil, das ähnlich wie eine Tragfläche Auftrieb erzeugt.

Nach dem Absprung breitet der Springer Arme und Beine aus und nimmt eine stabile Flughaltung ein. Der Anzug ermöglicht eine deutliche Vorwärtsbewegung und verringert gleichzeitig die Sinkgeschwindigkeit gegenüber einem vergleichbaren freien Fall ohne Flügelanzug. Durch Veränderungen der Körperhaltung kann der Springer Richtung und Geschwindigkeit beeinflussen.

Ein Wingsuit besitzt keinen eigenen Antrieb. Der Springer bewegt sich im Gleitflug vorwärts und verliert dabei grundsätzlich weiter an Höhe. Ein Gleiten über längere Strecken ist möglich, für eine sichere Landung wird jedoch ein Fallschirm benötigt.

Wie läuft ein Wingsuit-Sprung ab?

Bei einem Wingsuit-Sprung aus einem Flugzeug verlassen die Sportler die Maschine in ausreichender Höhe. Nach dem Absprung stabilisieren sie ihre Körperhaltung und gehen in den Gleitflug über. Dabei müssen sie ihre Höhe und Flugrichtung kontrollieren und auf genügend Abstand zu anderen Springern achten.

Vor dem Sprung werden unter anderem die Reihenfolge beim Verlassen des Flugzeugs, der Flugweg und die vorgesehene Öffnungshöhe besprochen. Weil Wingsuit-Springer eine größere Strecke nach vorne zurücklegen, müssen ihre Flugwege mit denen anderer Springergruppen abgestimmt sein.

In ausreichender Höhe beendet der Springer den Gleitflug und öffnet den Hauptfallschirm. Unter der geöffneten Schirmkappe steuert er anschließend den vorgesehenen Landeplatz an. Neben dem Hauptschirm gehört bei solchen Sprüngen ein Reserveschirm zur Ausrüstung.

Wie lange ein Wingsuit-Flug dauert und welche Strecke zurückgelegt wird, hängt unter anderem von der Absprunghöhe, dem Anzug, der Flugweise und den Windverhältnissen ab. Die Flugzeit kann sich gegenüber einem herkömmlichen Fallschirmsprung aus gleicher Höhe deutlich verlängern.

Unterschied zwischen Wingsuit-Sprung und Basejumping

Wingsuits werden sowohl bei Sprüngen aus Flugzeugen als auch beim sogenannten Basejumping verwendet. Beim Basejumping erfolgt der Absprung von einem festen Objekt, beispielsweise von einer Felswand. Der tödliche Unfall im Pinzgau ereignete sich nach einem Sprung aus einem Flugzeug.

Für die Einschätzung der Risiken ist dieser Unterschied bedeutsam. Bei einem Absprung von einer Felswand können die Nähe zum Gelände und eine geringere verfügbare Höhe zusätzliche Gefahren schaffen. Bei einem Sprung aus dem Flugzeug steht normalerweise mehr Höhe zur Verfügung, um zu fliegen und den Fallschirm zu öffnen. Auch dabei können jedoch schwere Unfälle passieren.

Wie sicher ist Fallschirmspringen?

Fallschirmspringen ist ein Luftsport, bei dem Ausbildung, geeignete Ausrüstung und sorgfältige Vorbereitung eine zentrale Rolle spielen. Vor jedem Sprung müssen unter anderem die Wetterbedingungen, der Flugweg und die Verhältnisse am Landeplatz berücksichtigt werden.

Springerinnen und Springer trainieren, ihre Höhe zu kontrollieren, den Fallschirm rechtzeitig zu öffnen und auf Störungen zu reagieren. Zur Ausbildung gehören auch Notfallverfahren, etwa für den Fall, dass sich der Hauptschirm nicht richtig öffnet. Solche Abläufe müssen regelmäßig geübt werden, damit sie auch unter Zeitdruck abrufbar bleiben.

Zu den möglichen Gefahren zählen Probleme bei der Schirmöffnung, Zusammenstöße mit anderen Springern, der Verlust der Höhenorientierung sowie Fehler beim Anflug oder bei der Landung. Wind und Wetter können die Bedingungen zusätzlich beeinflussen.

Ein Blick auf Unfallzahlen zeigt, dass tödliche Ereignisse im Verhältnis zur Zahl der Sprünge selten sind. So verzeichnete der US-amerikanische Fallschirmsportverband USPA für das Jahr 2025 insgesamt 16 Todesfälle bei zivilen Fallschirmsprüngen in den USA. Seine Mitglieder meldeten für dasselbe Jahr rund 3,47 Millionen Sprünge. Die Größenordnungen dienen der Orientierung: Die Sprungzahl beruht auf einer Mitgliederbefragung, während sich die Zahl der Todesfälle auf zivile Fallschirmsprünge in den USA insgesamt bezieht.

Tödliche Unfälle bilden allerdings nur einen Teil des Risikos ab. Auch Verletzungen bei der Landung oder Zwischenfälle ohne tödlichen Ausgang sind für die Sicherheit des Sports relevant. Zudem lässt sich aus einer allgemeinen Fallschirmsprungstatistik nicht unmittelbar ableiten, wie hoch das Risiko bei einem einzelnen Wingsuit-Sprung ist.

Ein sorgfältig organisierter Sprungbetrieb und eine gute Ausbildung können Risiken verringern. Vollständig ausschließen lassen sie sich auch bei erfahrenen Sportlern nicht. Welche Umstände beim Unfall in Bruck eine Rolle spielten, ist noch nicht geklärt.

Welche Funktion hat der Öffnungsautomat?

Fallschirmspringer tragen neben dem Hauptschirm einen Reserveschirm. Er ist für Notfälle vorgesehen, etwa wenn sich der Hauptschirm nicht richtig öffnet oder nicht sicher fliegen lässt.

Ein zusätzliches Sicherungssystem ist der elektronische Öffnungsautomat, auch AAD genannt. Die Abkürzung steht für den englischen Begriff Automatic Activation Device. Das Gerät überwacht unter anderem Höhe und Sinkgeschwindigkeit. Werden bestimmte Werte erreicht, kann es die Öffnung des Reserveschirms automatisch einleiten.

In Österreich ist ein Öffnungsautomat unter anderem bei der Fallschirmsprungausbildung und bei Tandemsprüngen vorgeschrieben. Auch darüber hinaus kann er durch Vorgaben des Sprungbetriebs oder andere Regelungen erforderlich sein.

Der AAD ist als Sicherung für den Notfall gedacht. Er ersetzt weder die Höhenkontrolle noch das rechtzeitige Öffnen des Fallschirms durch den Springer. Auch ein automatisch ausgelöster Reserveschirm bietet keine Garantie für eine sichere Landung. Er benötigt ausreichend Zeit und Höhe, um sich zu entfalten und den Springer abzubremsen.

Beim Wingsuit-Fliegen kommt hinzu, dass die Sinkgeschwindigkeit je nach Fluglage so gering sein kann, dass die Auslösebedingungen des Geräts nicht erreicht werden. Die Ausrüstung und ihre Einstellungen müssen deshalb für den jeweiligen Einsatz geeignet sein.

Beim Unfall in Bruck hatte der Rettungsschirm nach Angaben der Polizei automatisch ausgelöst. Welche weiteren Umstände den Absturz beeinflussten, müssen die Ermittlungen klären.

Welche zusätzlichen Anforderungen stellt ein Wingsuit?

Ein Flügelanzug verändert das Flugverhalten erheblich. Wingsuit-Springer bewegen sich über eine größere Strecke vorwärts und nutzen dadurch mehr Luftraum als Springer in einem überwiegend senkrechten freien Fall. Die Flugplanung und der Abstand zu anderen Personen in der Luft sind deshalb besonders wichtig.

Der Anzug schränkt außerdem die Beweglichkeit der Arme und Beine ein. Springer müssen trotz der Stoffflächen alle wichtigen Griffe erreichen können. Auch die Körperhaltung beim Öffnen des Schirms wird gesondert trainiert. Kommt es dabei zu einer Fehlöffnung oder verdrehen sich die Leinen, kann die eingeschränkte Beweglichkeit die Reaktion erschweren.

Zum Sicherheitstraining gehören deshalb eine Einweisung in die Ausrüstung, die Planung des Flugwegs, die Höhenkontrolle und das Üben von Notfallverfahren. Für die ersten Wingsuit-Sprünge kommen geeignete Einsteigeranzüge und eine gesonderte Anleitung zum Einsatz.

Viel Erfahrung vor dem ersten Wingsuit-Sprung

Wingsuit-Fliegen setzt eine abgeschlossene Fallschirmsprungausbildung und weiterführende Erfahrung voraus. Der Deutsche Fallschirmsportverband verweist auf eine gesonderte Befähigung und eine Einweisung durch qualifizierte Fachleute. Neben der Sprungerfahrung sind unter anderem die Orientierung im freien Fall und die Fähigkeit wichtig, sich kontrolliert durch die Luft zu bewegen.

Die Anforderungen können sich je nach Regelwerk und Art des Anzugs unterscheiden. Für Sprünge in Österreich sind die dort geltenden Bestimmungen und die Vorgaben des jeweiligen Sprungbetriebs maßgeblich.

Fallschirmsport: Vom freien Fall bis zur Ziellandung

Beim Fallschirmsport geht es um mehr als den Absprung aus dem Flugzeug. Sportlerinnen und Sportler üben eine stabile Körperhaltung im freien Fall, kontrollieren ihre Höhe und lernen, den Fallschirm sicher zu öffnen und zu steuern.

Der Sport umfasst verschiedene Disziplinen. Beim Formationsspringen bilden mehrere Personen im freien Fall zuvor vereinbarte Figuren. Beim Zielspringen kommt es darauf an, mit dem geöffneten Fallschirm möglichst genau auf einem festgelegten Punkt zu landen.

Auch im Wingsuit-Fliegen werden Wettbewerbe ausgetragen. In der Disziplin Performance zählen unter anderem Flugzeit, zurückgelegte Strecke und Geschwindigkeit. Bei der Wingsuit-Akrobatik zeigen Teams abgestimmte Flugmanöver.

Der 61-Jährige, der nun im Pinzgau ums Leben kam, galt als erfahrener Fallschirmspringer. Warum sein Sprung tödlich endete, sollen die Obduktion und die weiteren Ermittlungen klären.

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