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Die Bestände wuchsen 2025 nominal um fünf Prozent. Inflationsbereinigt blieb ihre Kaufkraft laut Allianz jedoch 8,1 Prozent unter dem Höchststand von 2021.
Das Brutto-Geldvermögen der privaten Haushalte in Österreich ist 2025 laut Allianz Global Wealth Report um 5,0 Prozent auf 968,6 Milliarden Euro gestiegen. Für Sparerinnen und Sparer ist der nominelle Zuwachs allerdings nur ein Teil des Bildes: Inflationsbereinigt nahm das Geldvermögen um 1,4 Prozent zu, seine Kaufkraft lag weiterhin 8,1 Prozent unter dem Höchststand von 2021.
Die am 29. September 2026 veröffentlichten Unternehmensangaben zeigen zugleich eine Verschiebung bei den Neuanlagen. Mehr als die Hälfte der 2025 zusätzlich angelegten Mittel floss in Wertpapiere. Der Anteil der Bankeinlagen am gesamten Geldvermögen sank nach Berechnungen der Allianz auf einen historischen Tiefstand.
Geldvermögen ist nicht das gesamte Vermögen
Das ausgewiesene Geldvermögen darf nicht mit dem gesamten Vermögen der österreichischen Haushalte gleichgesetzt werden. Erfasst werden in dieser Abgrenzung finanzielle Vermögenswerte wie Bankeinlagen, Wertpapiere sowie Ansprüche aus Versicherungen und Pensionen. Immobilien und anderes Sachvermögen sind nicht Teil der genannten 968,6 Milliarden Euro.
Auch die Unterscheidung zwischen Brutto- und Netto-Geldvermögen ist wesentlich. Das Brutto-Geldvermögen umfasst die finanziellen Vermögenswerte vor Abzug von Schulden. Beim Netto-Geldvermögen werden die finanziellen Verbindlichkeiten der Haushalte abgezogen.
Nominales Wachstum überzeichnet die Kaufkraftentwicklung
Der nominelle Betrag beschreibt, wie viele Euro auf Konten und in unterschiedlichen Finanzanlagen gehalten werden. Die reale Betrachtung berücksichtigt dagegen, dass steigende Preise die Kaufkraft dieser Beträge verringern.
Das Brutto-Geldvermögen wuchs 2025 nominal um 5,0 Prozent. Nach Berücksichtigung der Inflation verblieb laut Allianz ein Plus von 1,4 Prozent. Im längerfristigen Vergleich erhöhte sich die Kaufkraft des Geldvermögens gegenüber 2019 um 1,7 Prozent. Das reale Niveau von 2021 wurde noch nicht wieder erreicht.
Ein nomineller Höchstwert bedeutet daher nicht automatisch, dass Haushalte mit ihren finanziellen Vermögenswerten mehr Waren und Dienstleistungen kaufen können als einige Jahre zuvor. Die erhöhte Inflation seit 2021 hat einen Teil des nominellen Zuwachses aufgezehrt.
Mehr als die Hälfte der Neuanlagen floss in Wertpapiere
Österreichs Haushalte legten 2025 insgesamt zusätzlich 27,8 Milliarden Euro an. Davon flossen nach Angaben der Allianz 53,0 Prozent in Wertpapiere und 41,3 Prozent in Bankeinlagen. Ein deutlich kleinerer Anteil entfiel auf Versicherungen und Pensionen.
Die Wertpapierkäufe beliefen sich auf 14,8 Milliarden Euro. Davon entfielen 7,6 Milliarden Euro auf Investmentfonds, 5,8 Milliarden Euro auf sonstige Wertpapiere und 1,4 Milliarden Euro auf Aktien.
Auch die Bestände entwickelten sich unterschiedlich:
- Wertpapiere legten 2025 um 8,0 Prozent zu.
- Bankeinlagen wuchsen um 3,1 Prozent.
- Versicherungen und Pensionen verzeichneten ein Plus von 1,5 Prozent.
Damit erhöhte sich der Wertpapieranteil am gesamten Brutto-Geldvermögen auf 46,2 Prozent. Der Anteil der Bankeinlagen sank auf 37,3 Prozent. Die Zahlen zeigen, dass Wertpapiere im zusammengefassten Geldvermögen der österreichischen Haushalte an Bedeutung gewonnen haben. Sie sagen jedoch nicht aus, wie viele einzelne Haushalte tatsächlich Aktien oder Fonds besitzen oder wie gleichmäßig diese Anlagen verteilt sind.
Netto-Geldvermögen erreichte 749,7 Milliarden Euro
Die finanziellen Verbindlichkeiten der privaten Haushalte stiegen 2025 laut Bericht um 0,9 Prozent auf 218,9 Milliarden Euro. Hypothekardarlehen gingen dabei um 0,6 Prozent zurück.
Nach Abzug der Verbindlichkeiten belief sich das Netto-Geldvermögen auf 749,7 Milliarden Euro. Das waren 6,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Rechnerisch ergab sich ein Netto-Geldvermögen von 82.260 Euro pro Kopf. Österreich lag damit im internationalen Vergleich der Allianz unverändert auf Rang 16.
Der Pro-Kopf-Wert ist ein statistischer Durchschnitt und darf nicht als Vermögen einer typischen Person oder eines typischen Haushalts verstanden werden. Er verteilt das gesamte Netto-Geldvermögen rechnerisch gleichmäßig auf die Bevölkerung. Unterschiede nach Einkommen, Alter und Haushaltsgröße sowie die tatsächliche Vermögensverteilung werden dadurch nicht sichtbar. In den veröffentlichten Kennzahlen für Österreich wird kein Median genannt, der die Mitte der Verteilung abbilden würde.
Unternehmensbericht vergleicht 57 Länder
Der Global Wealth Report wird von Allianz Research herausgegeben und untersucht die Vermögens- und Verschuldungssituation in 57 Ländern. Als Datengrundlagen nennt das Unternehmen unter anderem Eurostat, nationale Zentralbanken, Statistikämter, Finanzaufsichten, Verbände und den Internationalen Währungsfonds. Einzelne Angaben beruhen nach Darstellung der Allianz auch auf Schätzungen. Die konkreten Österreich-Werte sind daher als Kennzahlen eines Unternehmensberichts einzuordnen.
Weltweit stieg das Brutto-Geldvermögen 2025 dem Bericht zufolge um 8,6 Prozent auf 268,4 Billionen Euro. Für 2026 erwartet Allianz ein weltweites Wachstum von rund neun Prozent. Dabei handelt es sich um eine Unternehmensprognose und nicht um ein bereits eingetretenes Ergebnis.
Für Österreich zeigen die Zahlen steigende finanzielle Vermögensbestände und eine stärkere Bedeutung von Wertpapieren bei neuen Anlagen. Der Abstand zum realen Höchststand von 2021 macht zugleich deutlich, dass nominelle Milliardenbeträge allein wenig über die Kaufkraft aussagen. Für die wirtschaftliche Einordnung bleiben neben der Inflation auch die Verteilung des Geldvermögens und die nicht erfassten Sachwerte wesentlich.

