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Politik

Fiskalratsbüro erwartet Österreichs Defizit 2027 weiter bei 3,6 Prozent

Hallo-Zeitung.at Redaktion
aktualisiert: 26. Oktober 2026 19:47
Fiskalratsbüro erwartet Österreichs Defizit 2027 weiter bei 3,6 Prozent
Fiskalratsbüro erwartet Österreichs Defizit 2027 weiter bei 3,6 Prozent

Veröffentlicht von: Hallo-Redaktion (geprüft und freigegeben)

Dieser Beitrag wurde mithilfe künstlicher Intelligenz vorbereitet und geschrieben. Die Hallo-Zeitung-Redaktion hat den Text und die verwendeten Quellen vor der Veröffentlichung auf Fakten, Logik und Qualität geprüft.

Für eine stabile Schuldenquote wären deutlich stärkere Konsolidierungsschritte nötig. Zusätzliche Maßnahmen und steigende Zinskosten begrenzen den budgetären Spielraum.

Österreichs öffentliche Haushalte bleiben nach Einschätzung des Büros des Fiskalrates auch 2026 und 2027 deutlich im Minus. Prognostiziert wird ein gesamtstaatliches Defizit von 4,0 Prozent des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2026 und von 3,6 Prozent im Jahr 2027. Damit läge Österreich weiterhin über dem europäischen Referenzwert von drei Prozent. Zugleich dürfte die Staatsschuldenquote weiter steigen. Die Prognose umfasst den Bund, die Länder, die Gemeinden und die Sozialversicherung; die konkrete Belastung der einzelnen Ebenen wird darin nicht gesondert dargestellt.

Der aktualisierte Budgetausblick des Fiskalratsbüros vom 23. Oktober 2026 berücksichtigt neuere Daten zum Budgetvollzug und zur Konjunktur. Kritisch beurteilt das Büro zusätzliche Maßnahmen, die seit dem Sommer 2026 beschlossen wurden und aus seiner Sicht nicht oder nur unzureichend gegenfinanziert sind. Gleichzeitig wächst die Belastung durch Zinszahlungen.

Schuldenquote soll bis 2027 auf 83,6 Prozent steigen

Nach der Prognose des Fiskalratsbüros steigt die gesamtstaatliche Schuldenquote von 80,7 Prozent des BIP Ende 2025 auf 83,6 Prozent im Jahr 2027. Um die Quote zu stabilisieren, müsste das Defizit 2027 demnach auf rund 2,4 Prozent des BIP sinken. Gegenüber den erwarteten 3,6 Prozent ergibt sich eine Differenz von etwa 1,2 Prozentpunkten des BIP.

Die Ausgangslage ist bereits angespannt. Für 2025 wurde ein gesamtstaatliches Defizit von 21,372 Milliarden Euro beziehungsweise 4,1 Prozent des BIP ausgewiesen. Der öffentliche Schuldenstand lag am Jahresende bei rund 418,4 Milliarden Euro. Im zweiten Quartal 2026 erreichte er laut Statistik Austria 438,9 Milliarden Euro beziehungsweise 83,6 Prozent des BIP. Quartalswerte können allerdings durch unterjährige Entwicklungen schwanken und sind nicht unmittelbar mit einer Prognose für ein Gesamtjahr gleichzusetzen.

Auch das Bundesministerium für Finanzen rechnet mit hohen Fehlbeträgen. Seine Prognose liegt für 2026 bei 4,1 Prozent und für 2027 ebenfalls bei 3,6 Prozent des BIP. Für 2027 wurde die Erwartung gegenüber der Prognose vom Juni 2026 um 0,1 Prozentpunkte verschlechtert. Als Gründe nennt das Ministerium höhere Zinskosten und steigende Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung. Bei der Schuldenquote erwartet das Ministerium für 2027 einen Wert von 83,2 Prozent und damit einen etwas niedrigeren Stand als das Fiskalratsbüro.

Zusätzliche Maßnahmen erhöhen laut Fiskalratsbüro das Defizit

Seit dem Sommer 2026 beschlossene Vorhaben mit fehlender oder unzureichender Gegenfinanzierung erhöhen das Defizit nach Berechnungen des Fiskalratsbüros um insgesamt 240 Millionen Euro. Genannt werden unter anderem die Umsatzsteuersenkung für ausgewählte Lebensmittel, die Dürrehilfe, zusätzliche Medienförderung und das Zukunftsdepot.

Die Bundesregierung widerspricht dieser Bewertung teilweise. Bundeskanzler Christian Stocker erklärte, die Dürrehilfe werde aus Rücklagen der Sozialversicherung finanziert. Das Zukunftsdepot sei bereits im Doppelbudget berücksichtigt. Bei einzelnen Maßnahmen besteht daher eine unterschiedliche Beurteilung darüber, ob und in welchem Umfang sie das gesamtstaatliche Defizit zusätzlich belasten.

Das Finanzministerium bezeichnet die finanziellen Spielräume grundsätzlich als sehr begrenzt. Neue Maßnahmen seien nur durch Umschichtungen oder eine Gegenfinanzierung möglich. Ziel der Bundesregierung ist es, das Defizit bis Ende 2028 wieder unter den europäischen Referenzwert von drei Prozent des BIP zu bringen. Dieser im Maastricht-Vertrag verankerte Wert ist eine zentrale Kennzahl der europäischen Fiskalregeln, bedeutet aber nicht automatisch, dass eine Schuldenquote bei einem Defizit unter drei Prozent sinkt.

Steigende Zinskosten begrenzen den Budgetspielraum

Neben zusätzlichen Maßnahmen wird der Schuldendienst zu einem größeren Budgetfaktor. Das Fiskalratsbüro erwartet, dass die staatlichen Zinsausgaben von 1,7 Prozent des BIP im Jahr 2025 auf 2,0 Prozent im Jahr 2027 steigen. Ein dauerhafter Anstieg des Zinsniveaus um einen Prozentpunkt würde die jährlichen Zinsausgaben unter den derzeitigen Finanzierungsbedingungen um weitere rund 600 Millionen Euro erhöhen.

Für 2025 weist die budgetäre Notifikation Zinszahlungen von 8,187 Milliarden Euro beziehungsweise 1,6 Prozent des BIP aus. Der davon abweichende Wert des Fiskalratsbüros beruht auf dessen Prognoseabgrenzung und Datenstand. Für die weitere Entwicklung ist entscheidend, zu welchen Konditionen auslaufende Staatsschulden refinanziert und neue Schuldtitel begeben werden.

Höhere Zinszahlungen binden Mittel, die nicht für andere staatliche Aufgaben verfügbar sind. Dadurch steigt der Druck auf kommende Budgets: Einsparungen oder zusätzliche Einnahmen müssten nicht nur das laufende Defizit verringern, sondern auch die wachsenden Kosten des Schuldendienstes berücksichtigen.

Konkrete Strukturreformen fehlen in der Prognose

Das Fiskalratsbüro sieht bislang keine ausreichend konkreten und verbindlichen Strukturreformen, deren Einsparungseffekte belastbar in die Prognose aufgenommen werden könnten. Daraus lässt sich jedoch keine bestimmte Kürzung oder Einnahmenmaßnahme ableiten. Welche Schritte gesetzt werden, bleibt eine politische Entscheidung.

ÖGB und Arbeiterkammer sprechen sich gegen kurzfristige zusätzliche Einschnitte aus. Aus ihrer Sicht sollten zunächst Inflation und Arbeitslosigkeit bekämpft werden. Diese interessenpolitische Position steht der Forderung nach einer rascheren Verringerung des Defizits und einer Stabilisierung der Schuldenquote gegenüber.

Für die kommenden Budgetentscheidungen bleibt damit ein enger Rahmen: Soll die Schuldenquote ab 2027 nicht weiter steigen, reichen die bisher erwarteten Defizitrückgänge nach Einschätzung des Fiskalratsbüros nicht aus. Neue Vorhaben müssten nachvollziehbar finanziert, bestehende Ausgaben überprüft oder zusätzliche Einnahmen beschlossen werden. Ohne verbindliche Maßnahmen bleibt das Regierungsziel, den Drei-Prozent-Wert bis Ende 2028 wieder zu unterschreiten, wesentlich von der weiteren Konjunktur, den Finanzierungskosten und der tatsächlichen Budgetentwicklung abhängig.

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