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Der Bauernbund bleibt mit 47,15 Prozent stärkste Kraft. Die Grünen verlieren ihren einzigen Sitz, die Wahlbeteiligung steigt nur leicht.
Bei der Landwirtschaftskammerwahl in Kärnten hat die Freiheitliche und Unabhängige Bauernschaft deutlich zugelegt. Nach dem vorläufigen Endergebnis vom 25. Oktober 2026 gewann sie drei Mandate und verfügt künftig über zehn Sitze. Der Kärntner Bauernbund blieb mit 47,15 Prozent und 18 Mandaten stärkste Kraft. Die Grünen verfehlten hingegen den Wiedereinzug in die Vollversammlung. Das Ergebnis verändert damit die Kräfteverhältnisse in der gesetzlichen Interessenvertretung der Kärntner Landwirtschaft.
Bauernbund hält 18 von 36 Mandaten
Der Kärntner Bauernbund erhielt 10.490 Stimmen und kam damit auf 47,15 Prozent. Gegenüber der Landwirtschaftskammerwahl 2021 entspricht das einem Plus von 0,84 Prozentpunkten. Die Zahl seiner Mandate blieb mit 18 unverändert.
Damit stellt der Bauernbund weiterhin genau die Hälfte der insgesamt 36 Mitglieder der Vollversammlung. Für eine absolute Mandatsmehrheit wären 19 Sitze notwendig. Die Liste bleibt dennoch mit deutlichem Abstand vor den übrigen Fraktionen.
Den stärksten Zuwachs erzielte die Freiheitliche und Unabhängige Bauernschaft. Sie erhielt 5.819 Stimmen beziehungsweise 26,15 Prozent. Im Jahr 2021 waren es 20,53 Prozent gewesen. Das Plus beträgt somit 5,62 Prozentpunkte. Die Fraktion verbessert sich von sieben auf zehn Mandate.
Grüne verlieren einzigen Sitz
Die Gemeinschaft der Südkärntner Bäuerinnen und Bauern, kurz SJK, erreichte 10,93 Prozent. Sie hält ihre vier Mandate. Die SPÖ-Bauern kamen auf 8,50 Prozent und verfügen künftig über drei Sitze, einen weniger als bisher.
Auch die Liste Urbas beziehungsweise der Unabhängige Bauernverband verlor ein Mandat. Mit 4,71 Prozent zieht sie mit einem Sitz in die neue Vollversammlung ein.
Nicht mehr vertreten sind die Grünen Bäuerinnen und Bauern. Ihr Stimmenanteil sank von 4,63 Prozent im Jahr 2021 auf 2,55 Prozent. Mit 568 Stimmen verloren sie ihr bisher einziges Mandat. In der kommenden Funktionsperiode gehören der Vollversammlung damit fünf statt bisher sechs Listen an.
Mandatsverteilung im Überblick
- Kärntner Bauernbund: 47,15 Prozent, 18 Mandate
- Freiheitliche und Unabhängige Bauernschaft: 26,15 Prozent, zehn Mandate
- SJK: 10,93 Prozent, vier Mandate
- SPÖ-Bauern: 8,50 Prozent, drei Mandate
- Liste Urbas/UBV: 4,71 Prozent, ein Mandat
- Grüne Bäuerinnen und Bauern: 2,55 Prozent, kein Mandat
Wahlbeteiligung steigt um 0,32 Prozentpunkte
Von 61.846 Wahlberechtigten gaben 22.475 ihre Stimme ab. Die Wahlbeteiligung betrug damit 36,34 Prozent. Bei der Wahl 2021 waren es 36,02 Prozent gewesen. Der Anstieg um 0,32 Prozentpunkte fällt gering aus; weiterhin beteiligte sich deutlich weniger als die Hälfte der Wahlberechtigten.
Die Landwirtschaftskammer vertritt die beruflichen und wirtschaftlichen Interessen ihrer Mitglieder. Die Zusammensetzung der Vollversammlung ist daher unter anderem für die interne Willensbildung und die Besetzung von Kammerfunktionen relevant. Sie beeinflusst auch, mit welchem politischen Gewicht die einzelnen Fraktionen agrarische Anliegen gegenüber Land und Bund vertreten können.
Freiheitliche beanspruchen stärkere Rolle
Die FPÖ Kärnten wertete den Zugewinn ihrer Bauernfraktion als politischen Erfolg. Roman Linder erklärte für die Freiheitliche Bauernschaft, dass seine Fraktion künftig den ersten Vizepräsidenten sowie ein weiteres Mitglied im Kammervorstand stellen werde. Dabei handelt es sich um eine Aussage der beteiligten politischen Organisation.
Für den Bauernbund bedeutet das Ergebnis einerseits die Verteidigung des ersten Platzes und ein leichtes Stimmenplus, andererseits bleibt er bei 18 von 36 Sitzen. Die Freiheitlichen bauen ihre Position als zweitstärkste Kraft deutlich aus. SPÖ-Bauern, Liste Urbas und Grüne verlieren zusammen drei Mandate – genau jene Sitze, die zur Freiheitlichen Bauernschaft wandern.
Das veröffentlichte Resultat ist noch vorläufig. Für die praktische Arbeit der Kammer ist nach Abschluss des Wahlverfahrens entscheidend, wie sich die neue Vollversammlung konstituiert und wie die Funktionen im Präsidium und im Vorstand tatsächlich verteilt werden.
