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Wirtschaft

Dürre belastet Ernte 2026: Oberösterreichs Körnermaisproduktion fast halbiert

Hallo-Zeitung.at Redaktion
aktualisiert: 8. November 2026 16:36
Dürre belastet Ernte 2026: Oberösterreichs Körnermaisproduktion fast halbiert

Veröffentlicht von: Hallo-Redaktion (geprüft und freigegeben)

Dieser Beitrag wurde mithilfe künstlicher Intelligenz vorbereitet und geschrieben. Die Hallo-Zeitung-Redaktion hat den Text und die verwendeten Quellen vor der Veröffentlichung auf Fakten, Logik und Qualität geprüft.

Oberösterreich und Tirol melden hohe Ausfälle bei Mais und Grünland. Österreichweite Schätzungen erwarten auch bei Erdäpfeln und Sojabohnen deutliche Einbußen.

Die Trockenheit hat die Ernte 2026 in mehreren Teilen Österreichs stark beeinträchtigt. In Oberösterreich sank die Körnermaisproduktion nach Angaben der Landwirtschaftskammer von 639.000 Tonnen im Jahr 2025 auf 324.000 Tonnen im Jahr 2026. In Tirol trafen die Ausfälle vor allem das Grünland, wodurch der Bedarf an zugekauftem Futter steigen kann. Österreichweite Schätzungen weisen zudem auf erhebliche Einbußen bei Mais, Erdäpfeln und Sojabohnen hin.

Die am 30. September veröffentlichten Länderbilanzen für Oberösterreich und Tirol zeigen die regionalen Folgen des außergewöhnlich heißen und trockenen Jahres. Die österreichweiten Angaben zu noch nicht vollständig eingebrachten Herbstkulturen waren zu diesem Zeitpunkt hingegen vorläufig. Konkrete Preissteigerungen bei Lebensmitteln lassen sich daraus nicht ableiten. Erkennbar sind jedoch geringere Erntemengen und höhere Futter- beziehungsweise Finanzierungskosten für landwirtschaftliche Betriebe.

Oberösterreich: 315.000 Tonnen weniger Körnermais

In Oberösterreich fehlten bis Ende September durchschnittlich 37 Prozent des üblichen Jahresniederschlags. In einzelnen Regionen betrug das Defizit laut Landwirtschaftskammer 40 bis 50 Prozent. Besonders betroffen waren Kulturen, die im Sommer und bis in den Herbst ausreichend Wasser benötigt hätten.

Die durchschnittlichen Erträge bei Mais und Sojabohnen lagen demnach um 35 bis 40 Prozent unter dem Niveau von 2025. Bei Zuckerrüben betrug das Minus rund 25 Prozent. Die gesamte Körnermaisproduktion verringerte sich um 315.000 Tonnen beziehungsweise rund 49 Prozent auf 324.000 Tonnen.

Der durchschnittliche Flächenertrag und die gesamte Produktionsmenge sind dabei nicht gleichzusetzen. Die Gesamtmenge hängt neben dem Ertrag je Hektar auch davon ab, welche Fläche tatsächlich als Körnermais abgeerntet wird. In Österreich wurden dürregeschädigte Maisbestände teilweise vorzeitig siliert und als Viehfutter verwendet, anstatt sie für die Körner- oder Kolbenernte stehen zu lassen.

Die Landwirtschaftskammer Oberösterreich nannte unter Berufung auf die Österreichische Hagelversicherung einen geschätzten landwirtschaftlichen Dürreschaden von rund 200 Millionen Euro. Diese Summe ist weder ein amtlich festgestellter Einkommensverlust noch die Höhe tatsächlich ausbezahlter Versicherungsleistungen. Betroffen waren neben Ackerflächen auch Grünland, Viehwirtschaft, Gemüse-, Hopfen- und Erwerbsobstbau sowie die Forstwirtschaft.

Tirol: Grünland regional besonders stark betroffen

In Tirol beeinträchtigte die Trockenheit vor allem das Grünland und damit eine wesentliche Futtergrundlage für viehhaltende Betriebe. Nach Angaben der Landwirtschaftskammer lagen die Mindererträge in Nordtirol je nach Region zwischen 20 und 50 Prozent. In Osttirol erreichten sie regional bis zu 70 Prozent.

Weniger Gras und Heu aus eigener Erzeugung erhöht bei betroffenen Betrieben den möglichen Zukaufsbedarf. Heu- und Grassilageballen verteuerten sich in Tirol gegenüber 2025 um 40 bis 50 Prozent, Maissilageballen um 16 bis 20 Prozent. Diese Angaben betreffen Futtermittel und können nicht unmittelbar auf Lebensmittelpreise im Handel übertragen werden.

Auch im Tiroler Ackerbau blieben die Erträge unter dem langjährigen Niveau. Für die Ackerbauregionen wurde ein Niederschlagsdefizit von rund zwölf Prozent ausgewiesen. Sowohl die Silomaiserträge auf einer Anbaufläche von 3.132 Hektar als auch die Getreideerträge lagen unter dem Durchschnitt der vergangenen Jahre.

Österreichweite Angaben bleiben vorläufig

Die Landwirtschaftskammer Österreich schätzte am 21. September die Maisernte auf rund 1,5 Millionen Tonnen oder weniger. Im Jahr 2025 waren es mehr als 2,5 Millionen Tonnen gewesen. Je nach Region wurden bei Mais Ertragsverluste zwischen 35 und 50 Prozent angenommen.

Bei Erdäpfeln bewegten sich die geschätzten Einbußen zwischen 50 und 70 Prozent. Für Sojabohnen wurde ein Rückgang von mehr als 50 Prozent gegenüber dem Fünfjahresdurchschnitt erwartet. Da die Ernte der Herbstkulturen zum Zeitpunkt dieser Einschätzungen noch lief, können sich die endgültigen Mengen von den Schätzungen unterscheiden.

Die Herbstkulturen waren der Trockenheit länger ausgesetzt als Getreidearten, die bereits im Sommer eingebracht wurden. GeoSphere Austria stufte den Sommer 2026 als heißesten Sommer der österreichischen Messgeschichte ein. Die mittlere Temperatur lag 2,6 Grad über dem Klimamittel der Jahre 1991 bis 2020. Österreichweit fiel rund ein Drittel weniger Niederschlag; damit gehörte der Sommer zu den fünf regenärmsten seit Messbeginn 1858. Bereits der Frühling hatte rund 50 Prozent weniger Niederschlag gebracht.

Schadensschätzungen und Hilfspaket

Die Österreichische Hagelversicherung bezifferte den landwirtschaftlichen Dürreschaden in Österreich am 10. August 2026 mit einer Milliarde Euro. Auch dabei handelt es sich um eine Schätzung des Versicherungsunternehmens, nicht um amtlich festgestellte Einkommensverluste oder bereits ausbezahlte Entschädigungen. Nach Angaben des Versicherers waren 80 Prozent der österreichischen Ackerflächen und 40 Prozent der Grünlandflächen gegen Dürre versichert.

Die Bundesregierung vereinbarte am 21. August 2026 ein Hilfspaket im Umfang von 240 Millionen Euro. Davon waren 140 Millionen Euro für eine Entlastung bei Sozialversicherungsbeiträgen und 50 Millionen Euro für höhere Zuschüsse zur Dürreversicherung vorgesehen. Jeweils 25 Millionen Euro entfielen auf Zinszuschüsse für Betriebsmittelkredite und auf Stundungen bei Agrarinvestitionskrediten. Die Zinszuschüsse sollten ein Kreditvolumen von bis zu 300 Millionen Euro ermöglichen.

Für die Betriebe bestehen die Folgen nicht nur in geringeren Verkaufsmengen. Hinzu kommen regional höhere Ausgaben für Futter und ein zusätzlicher Finanzierungsbedarf. Ob und in welchem Ausmaß sich die Ausfälle auf Verbraucherpreise auswirken, hängt unter anderem von Lagerbeständen, Importen, Verarbeitungskosten und Handelsverträgen ab. Eine abschließende Beurteilung der Ernte 2026 wird erst mit vollständigen Erntedaten möglich sein.

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