Veröffentlicht von: Hallo-Redaktion (geprüft und freigegeben)
Dieser Beitrag wurde mithilfe künstlicher Intelligenz vorbereitet und geschrieben. Die Hallo-Zeitung-Redaktion hat den Text und die verwendeten Quellen vor der Veröffentlichung auf Fakten, Logik und Qualität geprüft.
Frauen mit ganzjähriger Vollzeitbeschäftigung bezogen im Schnitt 10.542 Euro brutto weniger als Männer. Regional reicht der rechnerische Stichtag vom 13. Oktober bis zum 23. November.
Am 5. November ist der österreichweite Equal Pay Day 2026. Ganzjährig vollzeitbeschäftigte Frauen mit Wohnsitz in Österreich verdienten laut der zugrunde liegenden Lohnsteuerstatistik im Durchschnitt um 15,5 Prozent weniger als vergleichbare Männer. Das entspricht einer Differenz von 10.542 Euro brutto pro Jahr oder rechnerisch 57 Tagen. Der Stichtag macht damit einen Einkommensunterschied sichtbar, der sich nicht nur auf das laufende Einkommen, sondern langfristig auch auf soziale Absicherung und Pensionen auswirken kann.
57 Tage sind eine rechnerische Darstellung
Für die Berechnung werden die durchschnittlichen Bruttojahresbezüge von Frauen und Männern gegenübergestellt, die während des gesamten Jahres 2024 vollzeitbeschäftigt waren. Männer mit österreichischem Wohnsitz bezogen im Durchschnitt 67.988 Euro brutto, Frauen 57.446 Euro. Die Differenz von 10.542 Euro entspricht rund 15,5 Prozent des durchschnittlichen Männerbezugs.
Die Arbeiterkammer Oberösterreich rechnet diesen Abstand vom Jahresende zurück. Daraus ergibt sich der 5. November: Frauen kommen in dieser symbolischen Darstellung auf 308 bezahlte und 57 rechnerisch unbezahlte Tage. Das bedeutet nicht, dass Arbeitnehmerinnen ab diesem Datum tatsächlich keinen Lohn mehr erhalten. Der Stichtag übersetzt den statistischen Unterschied lediglich in Kalendertage.
Gegenüber 2025 liegt der Equal Pay Day drei Tage später. Innerhalb dieser Berechnungsmethode deutet das auf eine leichte Verringerung der Lücke hin. Mit 15,5 Prozent bleibt der Abstand bei den durchschnittlichen Bruttojahresbezügen jedoch deutlich.
Große Unterschiede zwischen den Bundesländern
Der österreichweite Wert verdeckt erhebliche regionale Unterschiede. Der früheste Equal Pay Day fällt 2026 in Vorarlberg auf den 13. Oktober. Dort beträgt die ausgewiesene Einkommenslücke 21,7 Prozent. Den spätesten Stichtag hat Wien am 23. November; hier liegt der Unterschied bei 10,6 Prozent.
Die regionalen Stichtage im Überblick:
- Vorarlberg: 13. Oktober
- Oberösterreich: 23. Oktober
- Tirol: 26. Oktober
- Salzburg: 29. Oktober
- Steiermark: 30. Oktober
- Kärnten: 3. November
- Niederösterreich: 4. November
- Burgenland: 7. November
- Wien: 23. November
Auch innerhalb einzelner Bundesländer können die Werte stark auseinandergehen. In Niederösterreich reicht die ausgewiesene Lücke beispielsweise von 12,1 Prozent im Bezirk Horn bis zu 22,6 Prozent im Bezirk Mödling. Landesweit verdienen ganzjährig vollzeitbeschäftigte Männer in Niederösterreich durchschnittlich 70.020 Euro brutto, Frauen 58.896 Euro. Der Unterschied beträgt dort 11.124 Euro beziehungsweise 15,9 Prozent.
Was die Kennzahl zeigt – und was nicht
Der Equal Pay Day beruht auf einem Vergleich von Durchschnittseinkommen. Die Kennzahl zeigt einen tatsächlich beobachteten Abstand, erklärt aber nicht automatisch dessen Ursachen. Unterschiede bei Branche, Beruf, Position, Berufserfahrung oder betrieblichen Strukturen werden in diesem Wert nicht einzeln herausgerechnet. Es handelt sich daher um eine unbereinigte Einkommenslücke innerhalb der betrachteten Gruppe.
Nicht erfasst sind in dieser Auswertung unter anderem Teilzeitbeschäftigte, Lehrlinge und Saisonarbeitskräfte. Das ist für die Einordnung wesentlich: Im Berichtsjahr 2024 waren 71,7 Prozent der Teilzeitbeschäftigten Frauen. Von allen Arbeitnehmerinnen arbeiteten 51,6 Prozent in Teilzeit. Diese Beschäftigungsrealität fließt in die hier ausgewiesenen 15,5 Prozent nicht ein.
Zudem sind Durchschnitts- und Medianeinkommen zu unterscheiden. Der Durchschnitt kann durch besonders hohe oder niedrige Einkommen stärker beeinflusst werden. Der Median bezeichnet dagegen jenen Wert, bei dem jeweils die Hälfte der Beschäftigten darüber und darunter liegt.
Warum 2026 zwei Equal Pay Days genannt werden
In Österreich wurden für 2026 zwei unterschiedliche Stichtage veröffentlicht. Business and Professional Women Austria berechnete auf Basis von Medianeinkommen und vom Jahresbeginn aus einen Equal Pay Day am 11. Februar. Dabei wurde eine Lücke von 11,5 Prozent ausgewiesen.
Der Stichtag am 5. November verwendet hingegen Durchschnittseinkommen und zählt vom Jahresende zurück. Die beiden Termine widersprechen einander daher nicht unmittelbar, sondern beruhen auf unterschiedlichen Datengrundlagen und Darstellungsweisen. Für Vergleiche über mehrere Jahre ist entscheidend, jeweils dieselbe Methode heranzuziehen.
EU-Vorgaben zur Lohntransparenz
Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie soll den Grundsatz gleichen Entgelts für Frauen und Männer bei gleicher oder gleichwertiger Arbeit stärken. Sie sieht unter anderem Informationsrechte für Beschäftigte sowie geschlechtsspezifische Entgeltberichte für bestimmte Arbeitgeber vor. Die Mitgliedstaaten mussten die erforderlichen nationalen Vorschriften bis zum 7. Juni 2026 in Kraft setzen.
Die Arbeiterkammer Niederösterreich erklärte Anfang November, die Umsetzung in Österreich sei noch ausständig, und fordert stärkere Lohntransparenz. Diese Position ist als Forderung einer gesetzlichen Interessenvertretung einzuordnen. Wie wirksam Transparenzvorgaben die Einkommenslücke verkleinern, hängt von ihrer konkreten nationalen Ausgestaltung, den erfassten Betrieben und der Durchsetzung der Informations- und Berichtspflichten ab.
Der Equal Pay Day liefert somit keine vollständige Erklärung für Einkommensunterschiede, aber einen klaren Vergleichswert: Selbst unter ganzjährig Vollzeitbeschäftigten beträgt der durchschnittliche Abstand mehr als 10.000 Euro brutto pro Jahr. Für die weitere Entwicklung werden sowohl kommende Einkommensdaten als auch die konkrete Umsetzung der europäischen Transparenzregeln maßgeblich sein.
