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Energie

Strom-Netzentgelte 2027 sinken im Schnitt – regional drohen dennoch Mehrkosten

Hallo-Zeitung.at Redaktion
aktualisiert: 30. Oktober 2026 19:23
Strom-Netzentgelte 2027 sinken im Schnitt – regional drohen dennoch Mehrkosten
Strom-Netzentgelte 2027 sinken im Schnitt – regional drohen dennoch Mehrkosten

Veröffentlicht von: Hallo-Redaktion (geprüft und freigegeben)

Dieser Beitrag wurde mithilfe künstlicher Intelligenz vorbereitet und geschrieben. Die Hallo-Zeitung-Redaktion hat den Text und die verwendeten Quellen vor der Veröffentlichung auf Fakten, Logik und Qualität geprüft.

Der Entwurf der E-Control bringt einem Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch durchschnittlich 15 Euro Entlastung. Entscheidend sind jedoch Netzgebiet und Zeitpunkt der Umstellung auf den neuen Leistungspreis.

Die Strom-Netzentgelte sollen 2027 für österreichische Haushalte im Durchschnitt sinken. Nach dem Verordnungsentwurf der E-Control beträgt die Entlastung bei Fortführung der bisherigen Tarifstruktur 3,6 Prozent. Für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden entspricht das rund 15 Euro pro Jahr. Dieser Mittelwert gilt allerdings nicht für jedes Netzgebiet: Während etwa Niederösterreich deutlich entlastet würde, sieht der Entwurf insbesondere in Kärnten höhere Kosten vor.

Die neuen Tarife sind noch nicht endgültig beschlossen. Die Begutachtung begann am 29. Oktober 2026 und läuft bis 20. November. Bis zum Abschluss des Verfahrens können sich einzelne Werte daher noch ändern. Für Haushalte ist zudem wichtig, dass die Netzentgelte nur einen Teil der gesamten Stromrechnung ausmachen. Energiepreis, Steuern und sonstige Abgaben werden davon nicht unmittelbar bestimmt.

Zwei Berechnungsmodelle für das Jahr 2027

Die E-Control weist für 2027 zwei Varianten aus. Bleibt ein Netzbetreiber vorerst bei der bisherigen Systematik, sinken die Netznutzungs- und Netzverlustentgelte für Haushalte auf Netzebene 7 im Österreichschnitt um 3,6 Prozent. Als Vergleich dient ein Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden.

Mit der neuen Tarifstruktur einschließlich eines Leistungspreises fällt die errechnete durchschnittliche Entlastung höher aus. Unter den von der E-Control verwendeten Annahmen beträgt sie 5,7 Prozent beziehungsweise rund 24 Euro pro Jahr. Für diese Vergleichsrechnung wird neben dem Jahresverbrauch eine netzwirksame Leistung von vier Kilowatt angenommen.

Die beiden Durchschnittswerte sind deshalb nicht direkt auf jeden Haushalt übertragbar. Ausschlaggebend sind das jeweilige Netzgebiet, die dort festgelegten Tarife, der tatsächliche Verbrauch und beim neuen Modell zusätzlich die gemessene Leistung.

Leistungspreis verändert die Zusammensetzung

Bei der bisherigen Tarifstruktur wird ein wesentlicher Teil der Netzkosten über die verbrauchte Strommenge abgerechnet. Der neue Leistungspreis berücksichtigt stärker, wie viel elektrische Leistung ein Haushalt gleichzeitig aus dem Netz bezieht. Haushalte mit identischem Jahresverbrauch können dadurch unterschiedliche Netzkosten haben, wenn ihre gleichzeitige Netzbeanspruchung verschieden hoch ist.

Langfristig ist vorgesehen, die Netzentgelte im Verhältnis 50 zu 50 zwischen Arbeits- und Leistungspreis aufzuteilen. Der Arbeitspreis richtet sich nach den verbrauchten Kilowattstunden, der Leistungspreis nach der für das Netz relevanten Leistung.

Die Umstellung erfolgt nicht bei allen Netzbetreibern gleichzeitig. Sie kann ab 1. Jänner 2027 vorgenommen werden und muss spätestens mit 1. Juli 2028 abgeschlossen sein. Welches Modell 2027 auf eine konkrete Rechnung angewendet wird, hängt daher auch vom Zeitplan des zuständigen Netzbetreibers ab.

Netzgebiet wichtiger als Bundeslandgrenze

Die österreichweiten Durchschnittswerte verdecken erhebliche regionale Unterschiede. Nach der bisherigen Berechnung würde das Netzentgelt für den angenommenen Musterhaushalt in Niederösterreich um zwölf Prozent sinken. In Kärnten sieht der Entwurf dagegen einen Anstieg um 9,6 Prozent vor.

Auch mit dem neuen Leistungspreis bleiben die Abstände groß. Bei einer angenommenen netzwirksamen Leistung von vier Kilowatt ergibt die Vergleichsrechnung für Niederösterreich ein Minus von 15,9 Prozent. Im Grazer Netzgebiet würde das Entgelt dagegen um 5,7 Prozent steigen.

Eine bloße Zuordnung nach Bundesland kann dabei irreführend sein. Innerhalb eines Bundeslandes bestehen teilweise getrennte Netzgebiete mit unterschiedlichen Tarifen, beispielsweise für Kärnten und Klagenfurt. Für die persönliche Rechnung ist daher nicht nur der Wohnort, sondern der konkret zuständige Verteilernetzbetreiber maßgeblich.

Durchschnittliche Entlastung nach starken Anstiegen

Die geplante Senkung folgt auf Jahre mit steigenden Netzkosten. Nach Angaben des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus waren die Strom-Netzentgelte 2025 um mehr als 20 Prozent gestiegen. Für 2026 wurde der durchschnittliche Anstieg demnach auf rund ein Prozent begrenzt. Das Ministerium verweist bei den Werten für 2027 auf die Berechnungen der E-Control, räumt aber zugleich fortbestehende regionale Unterschiede ein.

Netzentgelte finanzieren den Betrieb, die Instandhaltung und den Ausbau der Stromnetze. Sie werden reguliert und sind nicht mit dem Energiepreis gleichzusetzen, den Stromlieferanten für die gelieferte Kilowattstunde verrechnen. Eine Senkung der Netzentgelte führt deshalb nicht automatisch im selben Ausmaß zu einer niedrigeren Gesamtrechnung.

Was Haushalte nun beachten können

Solange die Begutachtung läuft, handelt es sich um vorläufige Tarife. Eine belastbare Einschätzung für den einzelnen Haushalt ist erst möglich, wenn die Verordnung endgültig feststeht und der zuständige Netzbetreiber bekannt gibt, ab wann er den Leistungspreis verwendet.

Der österreichweite Rückgang von 15 beziehungsweise 24 Euro pro Jahr ist daher vor allem ein statistischer Orientierungswert. Für Haushalte in einzelnen Netzgebieten kann die Entlastung deutlich größer ausfallen, während andere trotz des sinkenden Bundesdurchschnitts mehr bezahlen müssen. Maßgeblich bleiben der lokale Tarif, der Jahresverbrauch und künftig auch die netzwirksame Leistung.

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