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Flucelvax soll ab Mitte Oktober ausgeliefert werden. Bis zu 868.000 Dosen Influvac werden jedoch erst später erwartet – flächendeckend dürfte der Impfstoff laut Gesundheitsministerium erst im November verfügbar sein.
Österreich erhält kurzfristig 100.000 zusätzliche Dosen Grippeimpfstoff. Das Gesundheitsministerium hat den Impfstoff Flucelvax auf dem internationalen Markt beschafft; die Auslieferung soll in der Woche ab 12. Oktober 2026 beginnen. Die Nachbeschaffung soll vor allem Kleinkinder, Schwangere und das unmittelbare Umfeld sehr junger Säuglinge absichern. Die allgemeine Versorgung bleibt dennoch angespannt, weil bis zu 868.000 für das öffentliche Impfprogramm vorgesehene Dosen Influvac weiterhin ausständig sind.
Zusätzlicher Impfstoff soll ab Mitte Oktober verfügbar sein
Nach den bisher bekannt gegebenen Planungen sollen die zusätzlich beschafften Flucelvax-Dosen voraussichtlich ab 14. Oktober zur Verteilung bereitstehen. Der Großteil soll bis Ende Oktober bei Kinderärztinnen und Kinderärzten sowie in gynäkologischen Ordinationen eintreffen. Kleinere Mengen sind in Abstimmung mit den Bundesländern auch für Hausarztordinationen vorgesehen.
Im öffentlichen Impfprogramm ist Flucelvax zunächst für Kinder im Alter von sechs bis 24 Monaten, Schwangere sowie Eltern und Erziehungsberechtigte im unmittelbaren Umfeld von Neugeborenen und Säuglingen bis zum vollendeten sechsten Lebensmonat vorgesehen. Damit wird der zusätzliche Bestand nicht gleichmäßig auf alle Impfstellen und Bevölkerungsgruppen verteilt.
Eine Aufschlüsselung der 100.000 Dosen nach Bundesländern liegt bislang nicht vor. Daher lässt sich derzeit nicht belastbar beurteilen, in welchen Regionen Termine rascher angeboten werden können oder wo Engpässe länger bestehen bleiben. Entscheidend ist neben der Verteilung auf die Länder auch, wie schnell die Impfstoffe tatsächlich bei den einzelnen Ordinationen eintreffen.
Influvac vielerorts erst im November erwartet
Das größere Versorgungsproblem betrifft Influvac Tri. Bis zu 868.000 vorgesehene Dosen waren Anfang Oktober noch nicht verfügbar. Erste Lieferungen wurden zuletzt für Ende Oktober erwartet. Das Gesundheitsministerium ging davon aus, dass der Impfstoff erst im November flächendeckend in impfenden Einrichtungen vorhanden sein werde.
Die zusätzlichen 100.000 Flucelvax-Dosen entsprechen damit nur einem Teil der noch ausstehenden Influvac-Menge. Sie können die Folgen der Lieferverzögerung abfedern, ersetzen die verspätete Hauptlieferung aber nicht. Für Menschen, die bereits einen Impftermin vereinbart haben, kann die Situation je nach Ordination unterschiedlich ausfallen: Manche Impfstellen verfügen über andere Präparate oder erhalten Flucelvax, andere müssen auf weitere Lieferungen warten. Konkrete Terminverschiebungen sind von der jeweiligen Verfügbarkeit vor Ort abhängig.
Bei den ebenfalls im öffentlichen Programm eingesetzten Impfstoffen Fluenz und Fluad wurden keine Lieferverzögerungen gemeldet. Daraus folgt allerdings nicht, dass jedes Präparat für jede Person gleichermaßen vorgesehen oder an jeder Impfstelle erhältlich ist. Welcher Impfstoff verwendet wird, hängt unter anderem von Zulassung, Altersgruppe, medizinischer Situation und lokalem Bestand ab.
Kostenfreies Impfprogramm trifft auf hohe Nachfrage
Die Influenza-Impfung wird seit der Saison 2023/2024 im Öffentlichen Impfprogramm kostenfrei angeboten. In der ersten Saison wurden rund eine Million Dosen angekauft, in der zweiten rund 1,25 Millionen. Die Ausweitung des Angebots hat die Bedeutung einer verlässlichen Beschaffung und Verteilung erhöht.
Der Rechnungshof verwies Anfang Oktober darauf, dass aussagekräftige Daten fehlen, um nachvollziehen zu können, ob das Programm die Impfbereitschaft und die Durchimpfungsrate tatsächlich erhöht hat. Wegen begrenzter Budgets empfahl er, nach vulnerablen Gruppen differenzierte Zielwerte für die Durchimpfungsrate zu prüfen. Die Empfehlung betrifft die längerfristige Steuerung des Programms und löst die aktuellen Lieferprobleme nicht.
Regionale Lage hängt von der konkreten Zuteilung ab
Für die kommenden Wochen bestehen zwei parallele Zeitpläne: Flucelvax soll ab Mitte Oktober schrittweise verteilt werden, während Influvac voraussichtlich erst im November breiter verfügbar ist. Bis dahin kann das Angebot zwischen Ordinationen und Bundesländern unterschiedlich sein. Eine österreichweit einheitliche Verfügbarkeit ab einem bestimmten Tag ist nach den derzeitigen Angaben nicht zu erwarten.
Wer bereits einen Termin hat, kann daher unmittelbar bei der jeweiligen Impfstelle klären, ob der vorgesehene Impfstoff eingetroffen ist und der Termin bestehen bleibt. Medizinische Fragen zur individuellen Eignung eines Präparats sind mit einer Ärztin oder einem Arzt zu besprechen. Für die Versorgungslage bleibt ausschlaggebend, wann die ausstehenden Influvac-Dosen tatsächlich geliefert und wie die zusätzlichen Bestände auf Länder und Ordinationen verteilt werden.

