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Arbeitsmarkt

IHS-Chef Bonin fordert stärker differenzierte Lohnabschlüsse

Hallo-Zeitung.at Redaktion
aktualisiert: 26. Oktober 2026 20:41
IHS-Chef Bonin fordert stärker differenzierte Lohnabschlüsse
IHS-Chef Bonin fordert stärker differenzierte Lohnabschlüsse Symbolbild

Veröffentlicht von: Hallo-Redaktion (geprüft und freigegeben)

Dieser Beitrag wurde mithilfe künstlicher Intelligenz vorbereitet und geschrieben. Die Hallo-Zeitung-Redaktion hat den Text und die verwendeten Quellen vor der Veröffentlichung auf Fakten, Logik und Qualität geprüft.

Der Ökonom will wirtschaftliche Lage und Produktivitätsentwicklung einzelner Branchen stärker berücksichtigen. Der ÖGB widerspricht, während die Verhandlungen zum Handels-KV 2027 noch ohne Ergebnis sind.

IHS-Direktor Holger Bonin hat sich am 25. Oktober 2026 für stärker nach Branchen differenzierte Lohnabschlüsse ausgesprochen. Die Forderung der Gewerkschaft GPA nach 3,8 Prozent mehr Gehalt im Handels-KV 2027 bezeichnete er für manche Teile des Handels als am oberen Rand des wirtschaftlich Erfüllbaren. Der Österreichische Gewerkschaftsbund widerspricht und verweist auf die bereits branchenspezifisch geführten Kollektivvertragsverhandlungen sowie auf Kaufkraftverluste infolge der hohen Inflation. Betroffen sind Angestellte und Lehrlinge im österreichischen Handel.

Erste Verhandlungsrunde endete ohne Ergebnis

Die erste Verhandlungsrunde zum Handelskollektivvertrag 2027 ging am 22. Oktober 2026 ohne Ergebnis zu Ende. Die GPA fordert eine Erhöhung der Gehälter um 3,8 Prozent. Darüber hinaus verlangt die Gewerkschaft planbarere Arbeitszeiten und eine stärkere Anerkennung von Mehrleistung.

Bonin begründete seine Position mit Unterschieden bei der wirtschaftlichen Lage und der Produktivitätsentwicklung einzelner Branchen. Diese Faktoren sollten seiner Ansicht nach bei den jeweiligen Lohnabschlüssen stärker berücksichtigt werden. Seine Bewertung der GPA-Forderung bezog sich ausdrücklich auf Teile des Handels und nicht pauschal auf sämtliche Handelsunternehmen.

Der IHS-Direktor sprach sich in diesem Zusammenhang auch für eine Modifizierung der Benya-Formel aus. Branchenspezifische Entwicklungen sollten dabei stärker ins Gewicht fallen. Die Benya-Formel dient in Österreich traditionell als Orientierung bei Lohnverhandlungen und verbindet die Inflation mit dem gesamtwirtschaftlichen Produktivitätsfortschritt.

Onlinehandel verändert Tätigkeiten und Geschäftsmodelle

Für den Handel verwies Bonin auf den Strukturwandel durch digitale Verkaufskanäle. Beschäftigte müssten teilweise bereit sein, sich beruflich neu zu orientieren. Damit sprach er mögliche Veränderungen von Tätigkeiten und Beschäftigungsmöglichkeiten an, wenn ein größerer Teil der Verkäufe online abgewickelt wird.

Statistik Austria erhob 2026 den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien bei österreichischen Unternehmen mit mindestens zehn Beschäftigten. Im Referenzjahr 2025 entfielen bei diesen erfassten Unternehmen insgesamt 6,9 Prozent des Umsatzes auf Verkäufe über Websites, Apps oder Online-Marktplätze. Im gesamten Dienstleistungsbereich lag der Anteil bei 9,6 Prozent.

Die Werte beziehen sich nicht speziell auf den österreichischen Einzelhandel. Sie belegen daher weder einen bestimmten Beschäftigungseffekt noch eine konkrete Zahl neu entstandener oder weggefallener Arbeitsplätze im Handel. Sie zeigen jedoch, dass digitale Verkaufskanäle für Unternehmen wirtschaftlich relevant sind.

Innerhalb des Handels unterscheiden sich Geschäftsmodelle, Kostenstrukturen und die Bedeutung des Onlinegeschäfts. Die Auseinandersetzung betrifft deshalb nicht nur die Höhe eines Abschlusses, sondern auch die Frage, wie unterschiedlich entwickelte Teile einer Branche in Kollektivvertragsverhandlungen berücksichtigt werden sollen.

ÖGB verweist auf branchenspezifische Verhandlungen

ÖGB-Bundesgeschäftsführerin Helene Schuberth wies Bonins Kritik zurück. Nach Darstellung des Gewerkschaftsbundes werden Kollektivverträge in Österreich bereits nach Branchen verhandelt. Die jeweilige wirtschaftliche Situation werde dabei berücksichtigt.

Der ÖGB argumentiert zudem, dass die Lohnabschlüsse der vergangenen Jahre auch dem Ausgleich von Kaufkraftverlusten infolge der hohen Inflation gedient hätten. Weitere Reallohnverluste würden nach Einschätzung der Arbeitnehmervertretung die Kaufkraft der Beschäftigten und damit den privaten Konsum schwächen.

Damit stehen unterschiedliche Gewichtungen einander gegenüber: Bonin will die wirtschaftliche Lage und Produktivitätsentwicklung einzelner Branchen stärker in die Abschlüsse einbeziehen. Der ÖGB hält dem entgegen, dass das österreichische Kollektivvertragssystem solche Unterschiede bereits berücksichtige und zugleich die Kaufkraft der Beschäftigten gesichert werden müsse.

Mietanpassungen und Pensionsalter als getrennte Fragen

Neben den Lohnabschlüssen stellte Bonin auch automatische Inflationsanpassungen bei Mieten infrage. Einen konkreten Gesetzesvorschlag legte er dabei nicht vor. Langfristig sprach er außerdem das gesetzliche Pensionsantrittsalter an.

Der ÖGB lehnt eine weitere Anhebung des Pensionsantrittsalters ab. Schuberth argumentierte, dass ein höheres Antrittsalter ohne ausreichend altersgerechte Arbeitsplätze nicht zwingend zu einer längeren Beschäftigung führe. Stattdessen könne sich dadurch die Arbeitslosigkeit vor der Pension verlängern.

Die Aussagen zu Mieten und Pensionen sind von den laufenden Verhandlungen zum Handels-KV 2027 zu trennen. Änderungen in diesen Bereichen erfordern politische beziehungsweise gesetzliche Entscheidungen und können nicht von den Kollektivvertragspartnern allein beschlossen werden.

Weitere Verhandlungen müssen Abschluss bringen

Für die Angestellten und Lehrlinge im österreichischen Handel bleibt entscheidend, auf welchen Abschluss sich die Kollektivvertragspartner einigen. Nach der ersten Runde liegt noch kein Ergebnis vor. Die GPA hat mit 3,8 Prozent eine konkrete Gehaltsforderung vorgelegt. Parallel dazu bleibt die grundsätzliche Frage offen, wie Kaufkraftsicherung, Inflation und unterschiedliche Produktivitätsentwicklungen bei künftigen Lohnabschlüssen gewichtet werden.

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