Zum Inhalt springen
Newsticker
Arbeitsmarkt

Arbeitsmarkt im Oktober 2026: Zunahme trifft Frauen und Über-50-Jährige besonders

Hallo-Zeitung.at Redaktion
aktualisiert: 3. November 2026 15:04
Arbeitsmarkt im Oktober 2026 Zunahme trifft Frauen und Über-50-Jährige besonders
Arbeitsmarkt im Oktober 2026 Zunahme trifft Frauen und Über-50-Jährige besonders

Veröffentlicht von: Hallo-Redaktion (geprüft und freigegeben)

Dieser Beitrag wurde mithilfe künstlicher Intelligenz vorbereitet und geschrieben. Die Hallo-Zeitung-Redaktion hat den Text und die verwendeten Quellen vor der Veröffentlichung auf Fakten, Logik und Qualität geprüft.

Insgesamt stieg die Zahl der Arbeitslosen und AMS-Schulungsteilnehmenden nur leicht. Dahinter stehen jedoch deutliche Unterschiede nach Geschlecht, Alter und Region.

Ende Oktober 2026 waren in Österreich 389.941 Menschen arbeitslos oder nahmen an einer Schulung des Arbeitsmarktservice teil. Das waren um 1.823 Personen beziehungsweise 0,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der moderate Gesamtanstieg verdeckt gegenläufige Entwicklungen: Bei Frauen erhöhte sich die Zahl um 3,8 Prozent, bei Menschen über 50 Jahren um 4,4 Prozent. Bei Männern sowie jüngeren Altersgruppen ging sie dagegen zurück.

Die am 2. November veröffentlichten Monatsdaten sind damit vor allem für die Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik relevant. Besonders deutlich fällt der weitere Anstieg der Langzeitbeschäftigungslosigkeit aus. Zugleich meldeten die Betriebe weniger sofort verfügbare offene Stellen als im Oktober 2025.

314.499 Menschen arbeitslos vorgemerkt

Für die Einordnung ist die Unterscheidung zwischen zwei Kennzahlen wichtig. Beim AMS waren Ende Oktober 314.499 Menschen ausschließlich arbeitslos vorgemerkt. Das waren 3.990 beziehungsweise 1,3 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Weitere 75.442 Personen nahmen an AMS-Schulungen teil. Zusammen ergeben beide Gruppen die häufig verwendete Gesamtzahl von 389.941 Personen.

Die Registerarbeitslosenquote lag bei 7,3 Prozent und damit um 0,1 Prozentpunkte über dem Wert vom Oktober 2025. Diese Quote beruht auf den beim AMS registrierten Arbeitslosen und ist von anderen international verwendeten Arbeitslosenquoten zu unterscheiden.

Auch die Zahlen nach Geschlecht hängen davon ab, welche Kennzahl betrachtet wird. Einschließlich der Schulungsteilnehmenden nahm die Zahl der betroffenen Frauen gegenüber dem Vorjahr um 3,8 Prozent zu, während sie bei Männern um 2,6 Prozent sank. Werden nur arbeitslos vorgemerkte Personen berücksichtigt, betrug der Anstieg bei Frauen 4,3 Prozent; bei Männern gab es einen Rückgang um 1,3 Prozent.

Stärkerer Anstieg bei älteren Arbeitsuchenden

Deutlich auseinander entwickelte sich der Arbeitsmarkt auch nach Altersgruppen. Bei Menschen über 50 Jahren stieg die zusammengefasste Zahl aus Arbeitslosen und Schulungsteilnehmenden um 4,4 Prozent. Bei den Unter-50-Jährigen ging sie um 0,8 Prozent zurück, bei Menschen unter 25 Jahren um 1,4 Prozent.

Die Daten zeigen damit, welche Gruppen zuletzt häufiger beim AMS vorgemerkt oder in Schulung waren. Sie liefern für sich allein jedoch keine abschließende Erklärung für die Unterschiede. Faktoren wie Branchenentwicklung, Beschäftigungsstruktur, Betreuungspflichten oder Schwierigkeiten beim Wiedereinstieg können eine Rolle spielen, lassen sich aus den Monatswerten aber nicht als konkrete Ursache ableiten.

Mehr als 104.000 Menschen langzeitbeschäftigungslos

Besonders angespannt bleibt die Situation für Personen, die bereits längere Zeit ohne reguläre Beschäftigung sind. Im Oktober galten 104.441 arbeitslos vorgemerkte Menschen als langzeitbeschäftigungslos. Gegenüber dem Vorjahr war das ein Anstieg um 9.965 Personen beziehungsweise 10,5 Prozent.

Nach der Auswertung von arbeit plus, dem österreichischen Netzwerk sozialer Unternehmen, entfielen damit 33,2 Prozent aller arbeitslos vorgemerkten Personen auf diese Gruppe. Der prozentuelle Zuwachs lag deutlich über dem Anstieg der gesamten vorgemerkten Arbeitslosigkeit. Für die Arbeitsmarktpolitik ist das bedeutsam, weil sich hinter einer relativ stabilen Gesamtzahl eine zunehmende Verfestigung von Arbeitslosigkeit zeigen kann.

Weniger sofort verfügbare offene Stellen

Auf der Nachfrageseite waren beim AMS Ende Oktober 73.733 sofort verfügbare offene Stellen gemeldet. Das waren um 3,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die Kennzahl bildet nur jene Stellen ab, die dem AMS gemeldet und unmittelbar verfügbar sind; sie entspricht daher nicht dem gesamten österreichischen Stellenangebot.

Auch zwischen den Branchen gab es Unterschiede. Zuwächse bei der Arbeitslosigkeit wurden insbesondere im Gesundheitswesen, im Handel und in der Warenherstellung ausgewiesen. Rückgänge gab es im Bau sowie in Tourismus und Gastronomie. Aus dieser parallelen Entwicklung lässt sich allerdings nicht ohne Weiteres ableiten, dass einzelne Branchen allein für die Unterschiede zwischen Frauen und Männern verantwortlich sind.

Rückgänge nur in Wien und Kärnten

Regional entwickelte sich die zusammengefasste Zahl der Arbeitslosen und Schulungsteilnehmenden nur in Wien und Kärnten rückläufig. In den übrigen Bundesländern lag sie über dem Niveau des Vorjahres.

Ein deutliches Beispiel ist Niederösterreich: Dort waren Ende Oktober 46.507 Personen arbeitslos vorgemerkt, um 2.816 beziehungsweise 6,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Einschließlich der Schulungsteilnehmenden waren 56.859 Menschen auf Jobsuche; das entsprach einem Plus von 5,2 Prozent. Die vorgemerkte Arbeitslosigkeit stieg bei Frauen in Niederösterreich um 9,6 Prozent und bei Personen ab 50 Jahren um 8,4 Prozent.

Gesamtwert allein bildet die Lage nicht ausreichend ab

Der österreichweite Anstieg um 0,5 Prozent vermittelt zunächst den Eindruck einer weitgehend stabilen Entwicklung. Für die Beurteilung des Arbeitsmarktes sind jedoch die Verschiebungen innerhalb der Gesamtzahl entscheidend: Frauen, ältere Arbeitsuchende und langzeitbeschäftigungslose Menschen waren im Oktober wesentlich stärker von Zuwächsen betroffen, während sich die Lage bei Männern und jüngeren Gruppen verbesserte.

Für weitere arbeitsmarktpolitische Entscheidungen wird daher nicht nur maßgeblich sein, wie sich die Gesamtzahl entwickelt. Ebenso relevant bleibt, ob die Langzeitbeschäftigungslosigkeit zurückgeht und ob sich die Unterschiede nach Alter, Geschlecht, Branche und Bundesland in den kommenden Monaten abschwächen oder weiter verfestigen.

Artikel teilen