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Gesundheit

Initiative will Ärztebasisausbildung für wartende Jahrgänge freiwillig machen

Hallo-Zeitung.at Redaktion
aktualisiert: 8. November 2026 17:55
Initiative will Ärztebasisausbildung für wartende Jahrgänge freiwillig machen

Veröffentlicht von: Hallo-Redaktion (geprüft und freigegeben)

Dieser Beitrag wurde mithilfe künstlicher Intelligenz vorbereitet und geschrieben. Die Hallo-Zeitung-Redaktion hat den Text und die verwendeten Quellen vor der Veröffentlichung auf Fakten, Logik und Qualität geprüft.

Junge Medizinerinnen und Mediziner berichten von zwölf bis 24 Monaten Wartezeit auf Ausbildungsstellen. Trotz der jüngsten Verkürzung der Basisausbildung fordern sie nun eine weitergehende Sofortlösung.

Eine neu gegründete Initiative aus Jungärztinnen, Jungärzten und Medizinstudierenden fordert, die sechsmonatige ärztliche Basisausbildung für bereits wartende Jahrgänge freiwillig zu stellen. Nach Angaben der „Initiative Ärztestart“ müssen Medizinabsolventinnen und Medizinabsolventen je nach Bundesland zwölf bis 24 Monate auf einen Ausbildungsplatz warten. Für Wien nennt sie eine durchschnittliche Wartezeit von rund 20 Monaten. Die Forderung ist für ganz Österreich relevant, weil Verzögerungen beim Berufseinstieg die weitere fachärztliche Ausbildung bremsen und nach Ansicht der Initiative die Abwanderung ins Ausland begünstigen.

Basisausbildung seit August auf sechs Monate verkürzt

Die ärztliche Basisausbildung ist der erste Abschnitt der postpromotionellen Ausbildung. Sie folgt auf das Medizinstudium und soll klinische Basiskompetenzen in chirurgischen und konservativen Fachgebieten vermitteln. Erst danach schließt die weitere Ausbildung zur Ärztin oder zum Arzt für Allgemeinmedizin beziehungsweise in einem Sonderfach an.

Mit einer Novelle des Ärztegesetzes wurde die Dauer der Basisausbildung bereits verkürzt: Seit 1. August 2026 beträgt sie grundsätzlich sechs statt zuvor neun Monate. Die gesetzliche Änderung wurde Ende Juli kundgemacht. Zugleich entfiel rückwirkend mit 1. Juni 2026 die Möglichkeit, Zeiten aus dem Klinisch-Praktischen Jahr des Studiums auf die Basisausbildung anzurechnen.

Die aktuelle Initiative setzt an einem anderen Punkt an. Nicht allein die Dauer der Ausbildung, sondern der Zugang zu einer entsprechenden Stelle sei das zentrale Problem. Eine Verkürzung hilft jenen Absolventinnen und Absolventen nur eingeschränkt, die zunächst viele Monate auf den Beginn warten müssen.

Freiwilligkeit als kurzfristige Entlastung gefordert

Als Sofortmaßnahme schlägt die „Initiative Ärztestart“ vor, die verpflichtende Basisausbildung für bereits wartende Jahrgänge freiwillig zu machen. Damit könnten Betroffene nach ihrer Darstellung rascher in die weiterführende Ausbildung wechseln, sofern sie dort eine Stelle erhalten. Da die Basisausbildung derzeit im Ärztegesetz als erster Ausbildungsteil vorgesehen ist, würde eine solche Änderung eine Anpassung des rechtlichen Rahmens erfordern.

Die Forderung geht über den kurzfristigen Umgang mit Wartenden hinaus. Die Initiative verlangt außerdem, die Zahl der Ausbildungsplätze künftig an die Zahl der Medizinabsolventinnen und Medizinabsolventen zu koppeln. Zusätzlich sollen österreichweit einsehbare, transparente Wartelisten geschaffen werden. Dadurch soll nachvollziehbar werden, wo Stellen verfügbar sind und wie lange Bewerberinnen und Bewerber tatsächlich warten.

Die genannten Wartezeiten stammen von der Initiative selbst. Sie beziffert die durchschnittliche Dauer in Wien mit rund 20 Monaten und spricht für andere Bundesländer von zwölf bis 24 Monaten. Die regionalen Unterschiede sind auch deshalb bedeutsam, weil Ausbildungsstellen von unterschiedlichen Spitalsträgern angeboten und nicht über eine einzige österreichweite Stelle vergeben werden.

Debatte läuft bereits seit dem Frühjahr

Der Engpass ist nicht erst mit der neuen Initiative zum Thema geworden. Bereits im Mai 2026 hatten Hochschulvertretungen der Medizinuniversitäten in Wien, Graz und Innsbruck sowie der Humanmedizin an der Johannes Kepler Universität Linz und der Karl Landsteiner Privatuniversität vor einem Flaschenhals bei der Basisausbildung gewarnt. Sie forderten entweder deren Abschaffung, eine freiwillige Ausgestaltung oder eine ausreichende Zahl an Planstellen.

Die Hochschulvertretungen argumentierten, dass fehlende Ausbildungsplätze einen unmittelbaren Übergang vom Studium in die fachärztliche Ausbildung verhinderten. Die nun vorgestellte Initiative greift diese Kritik auf, konzentriert sich mit ihrer Forderung für wartende Jahrgänge aber auf eine kurzfristig umsetzbare Änderung.

Zielkonflikt zwischen Qualifikation und raschem Berufseinstieg

Die verpflichtende Basisausbildung verfolgt den gesetzlich festgelegten Zweck, klinische Grundkompetenzen vor der weiteren Spezialisierung sicherzustellen. Eine freiwillige Regelung würde daher nicht nur organisatorische, sondern auch ausbildungsrechtliche Fragen aufwerfen. Zu klären wäre insbesondere, für welche Jahrgänge und unter welchen Voraussetzungen eine Ausnahme gelten könnte und wie der Übergang in nachfolgende Ausbildungsabschnitte geregelt wird.

Auf der anderen Seite steht der von Studierendenvertretungen und der Initiative beschriebene Widerspruch zwischen einem Bedarf an Ärztinnen und Ärzten und langen Wartezeiten nach abgeschlossenem Studium. Bleibt der Zugang zur postpromotionellen Ausbildung begrenzt, können Absolventinnen und Absolventen ihre berufliche Qualifikation in Österreich nicht ohne Verzögerung fortsetzen. Die Initiative warnt deshalb davor, dass sich Betroffene für Ausbildungswege im Ausland entscheiden und dem österreichischen Gesundheitssystem zumindest vorübergehend nicht zur Verfügung stehen.

Ob die Freiwilligkeit politisch aufgegriffen wird, ist offen. Die Verkürzung auf sechs Monate ist erst seit August in Kraft und verändert zunächst die Dauer, nicht automatisch die Zahl der angebotenen Stellen. Für wartende Absolventinnen und Absolventen bleibt daher entscheidend, ob zusätzliche Ausbildungsplätze geschaffen, Vergabeverfahren transparenter organisiert oder gesetzliche Ausnahmen beschlossen werden.

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